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Nach Frauenmord in Freiburg : Maas für Debatte über DNA-Analyse

Justizminister Heiko Maas ist für eine Diskussion über intensivere Nutzung von DNA-Spuren. Bild: dpa

Bundesjustizminister Heiko Maas ist offen für eine Diskussion über die umfassende Nutzung von DNA-Spuren durch die Polizei. Ausgelöst hatte die Debatte der Mord an einer Studentin in Freiburg.

          Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, auf der Justizministerkonferenz im Frühjahr zu beraten, ob der Polizei eine umfassendere Nutzung von DNA-Spuren erlaubt werden sollte. Bislang können Ermittler das Geschlecht ermitteln sowie unterschiedliche DNA-Spuren abgleichen. Maas verwies auf einen Referentenentwurf in seinem Ministerium, es müssten künftig vielleicht auch Erkenntnisse über ein mögliches Verwandtschaftsverhältnis zwischen Täter und Opfer ausgewertet werden dürfen. Dazu müsste die Strafprozessordnung geändert werden, bislang heißt es darin: „Bei der Untersuchung dürfen andere Feststellungen als diejenigen, die zur Ermittlung des DNA-Identifizierungsmusters sowie des Geschlechts erforderlich sind, nicht getroffen werden.“

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Eine Änderung der Strafprozessordnung hatte zuerst der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf (CDU) angeregt. Er will, dass die Polizei per DNA-Analyse künftig Erkenntnisse über Haar-, Haut- und Augenfarbe gewinnen kann. Zudem wäre es technisch sogar möglich, das biologische Alter und die „biogeographische Herkunft“ verdächtiger Personen zu bestimmen.

          Die Diskussion hatte durch die Vergewaltigung und den Tod der Freiburger Studentin Maria L. an Aktualität gewonnen. Aufgrund eines DNA-Spurenabgleichs konnte am Wochenende ein 17 Jahre alter Flüchtling aus Afghanistan als mutmaßlicher Täter überführt werden. Wolf verglich DNA-Analysen mit zufälligen Filmaufnahmen des Tatgeschehens. „Gerade bei solch schrecklichen Vorfällen wie den aktuellen Frauenmorden im Raum Freiburg sollten die Ermittlungsbehörden dazu in der Lage sein, alle verfassungsrechtlich zulässigen Ermittlungsansätze auch auszunutzen“, sagte Wolf.

          Auch der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger forderte eine Ausweitung der Ermittlungstätigkeiten: „Wir hätten wesentlich konzentrierter die Ermittlungen vorantreiben können.“ Der Täter im Fall Maria L. sitzt in Untersuchungshaft und schweigt. Unklar ist, ob der Täter und das Opfer sich kannten. Die Studentin hatte sich auch in der Flüchtlingsarbeit engagiert.

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