08.05.2007 · In der zweiten Nacht in Folge ist es in mehreren französischen Städten zu gewaltsamen Demonstrationen gegen den neu gewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy gekommen. Die Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Es gab zahlreiche Festnahmen.
In Frankreich hat es aus Protest gegen die Wahl des rechtsgerichteten Nicolas Sarkozy zum Staatspräsidenten in der Nacht zum Dienstag wieder Gewalttätigkeiten zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Auf der Place de la Bastille in Paris - traditionell ein Ort für linke Demonstrationen - sowie in angrenzenden Straßen lieferten sich etwa 200 Autonome Auseinandersetzungen mit der Polizei. Polizisten in Zivil versuchten, gewalttätige Demonstranten festzunehmen, die Flaschen und Steine warfen. Das löste abermalige Angriffe auf die Sicherheitskräfte aus.
Zuvor hatte die Polizei auf dem Boulevard de la République eine Demonstration von etwa 500 Menschen aufgelöst. Mindestens 50 Demonstranten wurden festgenommen und in einen Bus der Bereitschaftspolizei CRS gebracht. Dort riefen sie unter anderem: „Wir sind keine Randalierer, wir sind Wähler.“
Gewalt auch in Nantes, Rennes, Toulouse
Sarkozy hatte während der Jugendunruhen in französischen Vorstädten im Jahr 2005 heftige Proteste ausgelöst, als er gewalttätige Jugendliche als „Abschaum“ bezeichnete, die mit dem Hochdruckreiniger beseitigt werden müssten.
In Nantes demonstrierten nach Polizeiangaben bis zu 400 linksextreme Demonstranten am Montagabend zunächst friedlich gegen den künftigen Präsidenten. Später kam es jedoch zu Zusammenstößen von bis zu 200 Sarkozy-Gegnern mit den Ordnungskräften. Laut Polizeiangaben gingen Scheiben zu Bruch; das Schleudern einer Brandbombe konnte verhindert werden. Es gab zehn Festnahmen.
Auch in Rennes waren der Polizei zufolge etwa 300 Demonstranten an Gewalttätigkeiten beteiligt. Sie Polizisten mit diversen Projektilen beworfen und vier Autos sowie Mülleimer angezündet haben. In Caen beteiligten sich etwa 800 Menschen, überwiegend Studierende, an einem friedlichen Protestmarsch gegen Sarkozy. In Tours folgten etwa 300 Menschen einem Aufruf der der Gewerkschaft Solidaires sowie der Revolutionär-Kommunistischen Liga (LCR) des ausgeschiedenen Präsidentschaftskandidaten Olivier Besancenot und beteiligten sich an einer friedlichen Demonstration.
In Toulouse löste die Polizei am späten Montagabend unter Einsatz von Tränengas eine Demonstration von etwa hundert Menschen auf, von denen einige Mülleimer angezündet hatten. Etwa zehn Fahrzeuge gingen in Flammen auf, Polizisten wurden mit Flaschen beworfen.