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Nach der Papst-Rede Gewalttäter nehmen Kirchen ins Visier

16.09.2006 ·  Der Protest gegen die Islam-Kritik Papst Benedikts droht zu eskalieren. Im Gazastreifen und im Westjordanland sind Anschläge auf zwei Kirchen und ein christliches Jugendzentrum verübt worden. Verletzt wurde niemand.

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Im Westjordanland sind am Samstag morgen Brandsätze auf zwei Kirchen geschleudert worden. Eine Gruppe namens Löwen des Monotheismus teilte in einem Telefonanruf bei der Nachrichtenagentur AP mit, man wolle auf diese Weise gegen die jüngsten Äußerungen von Papst Benedikt XVI. über den Islam protestieren. Geistliche und Augenzeugen bestätigten die Angriffe auf eine anglikanische und eine griechisch-orthodoxe Kirche.

Vater Jussef, ein Priester der Anglikanischen Kirche, sagte, mehrere Brandsätze hätten die Mauer seiner Kirche in Nablus getroffen. An den Wänden waren schwarze Spuren der mindestens fünf Brandsätze zu sehen. Gegen die griechisch-orthodoxe Kirche wurden zwei Brandsätze geworfen. Vertreter der radikal-islamischen Hamas verurteilten die Anschläge. Adli Jaaisch, Bürgermeister von Nablus und einer der Hamas-Anführer, sprach am Tatort von einem“unverantwortlichen Angriff“.

Bereits am Freitag hatten rund 2.000 Palästinenser gegen die Äußerungen der Papstes protestiert und ihm vorgeworfen, einen neuen Kreuzzug gegen die Muslime zu führen. Im palästinensischen Gazastreifen war am Freitag ein von der griechisch-orthodoxen Kirche geführtes Jugendzentrum durch einen Sprengsatz leicht beschädigt worden. Verletzt wurde nach Angaben von Augenzeugen niemand. Auch das Kirchengebäude in Gaza blieb unbeschädigt. Es war zunächst unklar, ob der Vorfall mit der Kritik aus der muslimischen Welt an den Islam-Äußerungen des Papstes im Zusammenhang steht.

Muslime in aller Welt haben am Freitag ihre Kritik an Äußerungen von Papst Benedikt XVI über den Islam verschärft und eine Entschuldigung des Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche gefordert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, Reuters
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