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Nach dem Anschlag „Ich weiß genau, wer versucht mich zu töten“

19.10.2007 ·  Nach dem Attentat in Karachi hat die Polizei in Pakistan erste Hinweise auf den Attentäter. Unterdessen beschuldigte Benazir Bhutto die Anhänger des früheren Militärmachthabers Mohammed Zia ul-Haq.

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Die frühere pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto macht die Anhänger des Ex-Militärmachthabers Zia ul-Haq für den blutigen Anschlag auf ihren Konvoi verantwortlich. „Ich weiß genau, wer versucht, mich zu töten“, sagte Bhutto dem Magazin „Paris Match“. „Es sind die Anhänger des früheren Regimes des Generals Zia, die heute hinter dem Extremismus und dem Fanatismus stecken.“

Zia ul-Haq hatte Bhuttos Vater, Premierminister Zulfiqar Ali Bhutto, 1977 entmachtet und 1979 hängen lassen. Zia selbst starb 1988 bei einem Flugzeugabsturz. Bhutto sagte dem Blatt weiter, Die Anhänger des früheren Diktators, die noch in den Geheimdiensten aktiv seien, müssten entlassen werden. „Ich stelle eine Gefahr für sie dar: Wenn ich die Demokratie ins Land zurück bringe, verlieren sie ihren Einfluss.“

Erste Spur vom Attentäter

Das französische Wochenblatt veröffentlichte das kurz nach dem Anschlag geführte Interview am Freitag auf seiner Internetseite. Zia ul-Haqs Sohn, der pakistanische Religionsminister Ejaz ul-Haq, wies Bhuttos Vorwurf im Nachrichtensender Dawn zurück.

Mittlerweile hat die pakistanische Polizei am Tatort erste Hinweise auf den mutmaßlichen Attentäter gefunden. „Wir haben den abgetrennten Kopf eines Mannes am Explosionsort gefunden und sind sicher, dass es sich um den Bombenleger handelt“, sagte Polizei-Offizier Raja Omar Khatab der Nachrichtenagentur AFP. Zur Identifikation des Toten seien DNA-Proben an ein Labor geschickt worden.

Zuvor hatte die Polizei den Verdacht geäußert, der Anschlag gehe auf das Konto des Kriegsherrn Baitullah Mesud. Der Milizenführer lebt in der Nähe der pakistanisch-afghanischen Grenze und unterstützt die radikalislamische Taliban.

Bhutto bleibt in Pakistan

Trotz des verheerenden Selbstmordanschlags will die frühere Regierungschefin Benazir Bhutto in Pakistan bleiben und ihre Partei in die Parlamentswahlen führen. „Wir werden unsere Pläne nicht ändern. Unser Kampf für Demokratie geht weiter“, sagte Safdar Abbasi, Senator von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei. Die am Donnerstag aus dem Exil zurückgekehrte Ex-Regierungschefin „ist entschlossen“, ihre Partei auf die Parlamentswahlen im Januar wie geplant vorzubereiten, so der Senator.

Bei dem Anschlag auf den Konvoi Bhuttos in einer Menschenmenge in Karachi waren kurz nach Mitternacht (Ortszeit) über 130 ihrer Anhänger getötet und 500 weitere verletzt worden (siehe auch: Mehr als 120 Tote bei Anschlag auf Bhutto). Bhutto selbst blieb unversehrt.

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