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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Nach Anschlägen Nato setzt Polizeiausbildung in Afghanistan aus

 ·  Die Nato reagiert auf die Angriffe uniformierter Afghanen auf ihre Soldaten: Die Ausbildung afghanischer Rekruten wird ausgesetzt. Sie sollen zunächst auf Verbindungen zu den Taliban durchleuchtet werden.

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Die amerikanischen Truppen in Afghanistan werden die Ausbildung der „Afghan Local Police“ (ALP) vorübergehend einstellen. Ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe (Isaf) bezeichnete die Maßnahme am Sonntag als „notwendigen Schritt“, um die Qualität des Rekrutierungsprozesses zu gewährleisten. Die von der Nato geleitete Ausbildung von Polizei und Nationalarmee sei nach wie vor vertrauensvoll und werde unverändert fortgesetzt, hieß es in einer Isaf-Mitteilung. In der Nacht zum Sonntag hatte ein Kommandeur der von amerikanischen Spezialkräften ausgebildeten ALP mindestens neun Zivilisten in der Provinz Kundus erschossen.

In den vergangenen Monaten wuchs die Zahl gewaltsamer Vorfälle innerhalb des afghanischen Sicherheitsapparates. Allein im August wurden 15 Isaf-Soldaten von verbündeten afghanischen Soldaten oder Polizisten getötet. Die Ausbildung eines handlungsfähigen afghanischen Sicherheitsapparates ist zu einem der Hauptziele der abziehenden Isaf geworden. Kritiker wenden ein, dass die hohen quantitativen Zielmarken zu mangelnder Sorgfalt bei Rekrutierung und Ausbildung geführt hätten. Jeden Monat verlassen etwa 7000 Soldaten und 3700 Polizisten die Ausbildungsstätten. Die mittlerweile mehr als 16 000 Mann starke ALP, die sich überwiegend aus Milizen rekrutiert, ist vor allem in entlegenen Landesteilen aktiv und wird oft für ihr Verhalten kritisiert

Unterdessen wird eine Operation der Isaf zum Streitpunkt zwischen Nato und Regierung in Kabul. Nachdem australische Soldaten bei einem Angriff in Uruzgan zwei Zivilisten getötet hatten, verurteilte Präsident Hamid Karzai die Aktion am Wochenende als „einseitige Militäroperation“. Nach Informationen des Gouverneurs von Uruzgan sei sie ohne Absprache und ohne Genehmigung der örtlichen Behörden erfolgt. Dies bedeute einen Bruch der Vereinbarungen zwischen der Nato und seiner Regierung, schrieb Karzai in einer Mitteilung. Er ordnete eine umfassende Untersuchung an.

Daraufhin veröffentlichte die Isaf eine Mitteilung, die Karzai in allen Punkten widersprach. Nicht nur sei die Operation „erfolgreich“ gewesen. Beteiligt gewesen seien zu fast gleichen Teilen ausländische und afghanische Truppen, hieß es. Die afghanischen Behörden, auch der Gouverneur der Provinz Uruzgan, seien sowohl in die Planung als auch in die Durchführung der Operation einbezogen gewesen. Diese habe dem Ziel gedient, den Drahtzieher des jüngsten „Insider-Angriffs“ gefangen zu nehmen, bei dem in der vergangenen Woche drei australische Soldaten getötet worden waren. Die Isaf wies darauf hin, dass die drei Australier ihr Leben für eine bessere Zukunft der Afghanen gegeben hätten. „Sie sind Helden“, so die Mitteilung.

Bei einem Doppelanschlag zweier Selbstmordattentäter wurden in der zentralafghanischen Provinz Wardak mindestens neun Zivilisten und vier Polizisten getötet. 68 Personen wurden nach ersten Zählungen verletzt, unter ihnen zwei Nato-Soldaten, teilten die örtlichen Behörden mit. Die Taliban bekannten sich zu den Anschlägen.

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