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Münchner Kunstfund : Deutschland förderte Gurlitt

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Hildebrand Gurlitt (Mitte) um 1949 in Düsseldorf Bild: dpa

Mehrere der jetzt beschlagnahmten Werke aus dem Münchner Kunstfund wurden schon in den fünfziger Jahren in Amerika ausgestellt - mit deutscher Unterstützung. Dass sie aus jüdischem Besitz geraubt sein könnten, störte in der Bundesregierung offenbar niemanden.

          Mehrere von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmte Werke aus dem Nachlass des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt sind vermutlich bereits 1956 in New York und San Francisco ausgestellt worden. Gurlitt steuerte seinerzeit 23 Werke zu einer Ausstellung über deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts bei. Sie wurde von Deutschland finanziert und stand unter der Schirmherrschaft des deutschen Botschafters.

          Zu den Leihgaben Gurlitts gehörten Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Emil Nolde, Wassili Kandinsky und Paul Klee, die unter den beschlagnahmten Kunstwerken sein dürften. Dass einige Arbeiten aus jüdischem Besitz geraubt oder in deutschen Museen beschlagnahmt worden sein könnten, störte 1956 in der Bundesregierung und auch in Amerika offenbar niemanden. Dabei war Hildebrand Gurlitts Rolle als Kunstkäufer im Auftrag Joseph Goebbels bekannt, er war dazu nach dem Krieg mehrfach vernommen worden. Die amerikanische Ausstellung „A Mid-Century Review“ stellte somit einen zweiten Unbedenklichkeitsbescheid für die Sammlung Gurlitt dar, nachdem ihm die Amerikaner 1950 den größten Teil seiner zunächst beschlagnahmten Bilder zurückgegeben hatten.

          Geraubt, nicht geerbt

          Unter den Leihgaben für die Ausstellung war die Gouache mit dem Titel „Löwenbändiger“ von Max Beckmann, die Cornelius Gurlitt 2011 versteigern ließ; sie gehörte einst dem jüdischen Kunsthändler und Sammler Alfred Flechtheim. Da Flechtheim 1933 aus Deutschland fliehen musste, war das Bild ein Restitutionsfall. Cornelius Gurlitt zahlte Flechtsheims Erben deshalb einen Teil seines Auktionserlöses.

          Wie viele weitere Bilder Hildebrand Gurlitts in Museen beschlagnahmt worden waren oder der Raubkunst zuzurechnen sind, wurde jahrzehntelang nicht geprüft. Ein Brief aus dem Breslauer Staatsarchiv, der der F.A.S. vorliegt, beweist, dass es sich mindestens bei einem weiteren Gemälde um Raubkunst handelt. Es geht um das nun von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahme Bild Max Liebermanns „Zwei Reiter am Strand“, das im Wohnzimmer der Schwabinger Wohnung der Gurlitts gehangen haben soll. Hildebrand Gurlitt hatte gegenüber den Amerikanern behauptet, er habe das Bild von seinem Vater geerbt.

          Mehr dazu lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10. November 2013 auf Seite 51.

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