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Monty Schädel Das Gesicht der Globalisierungsgegner

31.05.2007 ·  Als Abgeordneter im Schweriner Landtag störte er den Betrieb und nervte seine Genossen. Nun organisiert er die Rostocker Großdemonstration gegen den G-8-Gipfel. Monty Schädel ist gegen alles, nur nicht gegen den Protest.

Von Frank Pergande
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Monty Schädel, der Organisator der Rostocker Großdemonstration an diesem Samstag gegen den G-8-Gipfel, ist gegen alles, nur nicht gegen den Protest. 37 Jahre alt ist der geborene Mecklenburger, der zunächst in der DDR den Beruf eines Kochs erlernte. Dann wurde er aber doch lieber Erzieher und studierte zu diesem Zweck an der damaligen Pädagogischen Hochschule in Neubrandenburg. Das fiel schon in die Zeit des Endes der DDR.

Schädel verweigerte den Wehrdienst und sagt von sich stolz, die Bundeswehrzeit als „Fahnenflüchtiger, Inhaftierter, Deserteur“ verbracht zu haben. Er war arbeitslos, dann mit seinem Sohn in Elternzeit, dann mal wieder in einer Arbeitsbeschaffung. Er versuchte es auch noch einmal als Koch, kam aber über ein Praktikum nicht hinaus.

Solidarität mit dem „schillerndsten Abgeordneten“

Schädel war Funktionär bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Sprecher für die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Jahresbeginn ist er politischer Geschäftsführer der „Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte Kriegsdienstgegner“.

1988 trat Schädel in die SED ein und vier Jahre später aus der PDS wieder aus. Für die PDS, wenn auch ohne Mitgliedsbuch, wurde er 1989 in den Schweriner Landtag gewählt. Die PDS wurde damals gerade Regierungspartei. Schädel störte den Betrieb und nervte die Genossen. In Porträts über ihn wird das mit den Worten ausgedrückt, er gehörte zu „den schillerndsten Abgeordneten“. Nach vier Jahren wurde er nicht mehr aufgestellt. Das hat die Partei allerdings nicht daran gehindert, sich mit Schädel zu solidarisieren, sogar auf Parteitagen. Das geschah immer dann, wenn Schädel Ärger mit der Polizei hatte.

Der Gipfel von Heiligendamm naht. So kommt es, dass Schädels Gesicht gleichsam das Gesicht der Globalisierungskritiker wurde. Er kümmert sich um alles, auch um die Quartierfrage. Dabei hat er viel mit der Sondereinsatzgruppe „Kavala“ der Polizei zu tun. Dass die Zusammenarbeit bisher gut lief, mag ihn irritiert haben. Denn er hat viel gegen Polizisten einzuwenden: „Wir wollen keine Straßenschlachten und Gefangenenkessel, sind aber skeptisch, ob die Polizisten sich daran halten.“

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Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.

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