http://www.faz.net/-gpf-75t3e

Mokhtar Belmokhtar : Fisch im Sandmeer

Mokthar Belmokhtar, der mutmaßliche Anführer der Geiselnehmer auf dem algerischen Gasfeld Bild: AFP

Mokhtar Belmokhtar gilt als Kopf der Geiselnehmer auf dem algerischen Gasfeld. Der 40 Jahre alte Anführer blickt auf eine zwei Jahrzehnte lange terroristische Karriere zurück. Die Sahara ist sein Refugium.

          Mokhtar Belmokhtar ist ein erfahrener Wüstenkrieger. Zuletzt wurden die Terrorgruppen des radikalen Islamistenführers in Mali verortet. Nun operieren seine Kämpfer auch in Algerien. 1500 Kilometer von Malis Grenzen entfernt hat eine terroristische Gruppe in der ostalgerischen Sahara ein Gasfeld gestürmt und zahlreiche Geiseln genommen. Die Kämpfer bezeichnen sich als Kommando Al Mouthalimin (zu Deutsch etwa: „Die mit dem Blut unterzeichnen“), eine von mehreren Gruppen Belmokhtars.

          Dass die Gruppe die gewaltige Distanz weitgehend unbemerkt zurücklegt hat, kann nicht überraschen. Zum einen verschmelzen die Fahrzeugkolonnen der motorisierten Kämpfer nach wenigen Minuten mit dem Horizont des scheinbar unendlichen Sandmeeres. Satelliten und selbst Flugzeuge können sie dann kaum noch ausmachen. Der andere Grund dürfte sein, dass die Terroristen mit Mokhtar Belmokhtar einen erfahrenen Kämpfer an ihrer Spitze wissen, der sich mühelos in der Sahara zu bewegen weiß.

          Seine terroristische Karriere begann der gebürtige Algerier mit 19 Jahren als radikalislamischer Kämpfer in Afghanistan. Nach zwei Jahren kehrte Mokhtar 1993 nach Algerien zurück und kämpfte an der Seite aufständischer Islamisten gegen die algerischen Streitkräfte. Dort machte er schnell Karriere und schloss sich immer wieder neuen Islamistengruppen an. Viele Jahre war Belmokhtar für die Al Qaida im Islamischen Maghreb (Aqim) an zahlreichen Schauplätzen in Nordafrika tätig. Im vergangenen Jahr dann gründete er eine eigene Gruppe.

          Neben seiner kämpferischen Tätigkeit machte sich Belmokhtar als krimineller Unternehmer einen Namen. Wie viele Al-Qaida-Kommandeure finanzierte er seine Gruppe mit Entführungen, Zigarettenschmuggel und Waffendiebstählen. Beobachter gehen davon aus, dass Belmokhtar zuletzt mehrere hundert Kämpfer unter seinem Kommando vereinte. Mit der Geiselnahme will der Terroristenführer Frankreich dazu zwingen, die Intervention gegen die malischen Islamisten einzustellen. Wenig spricht dafür, dass er dieses Ziel erreichen wird. Sollte er das Kommando persönlich führen, wie algerische Quellen behaupten, könnte es sein letzter Kampf sein.

          Weitere Themen

          Löw glaubt an Neuer Video-Seite öffnen

          Trainingslager : Löw glaubt an Neuer

          Der Torhüter von Bayern München hat nach seinem Mittelfußbruch seit September kein Pflichtspiel mehr bestritten. Bundestrainer Joachim Löw hat ihn trotzdem in seinen vorläufigen WM-Kader berufen.

          Topmeldungen

          Doch ein Treffen mit Kim? : Die gefährlichen Spielchen des Donald Trump

          Erst sagt Amerikas Präsident das geplante Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ab, nun soll es wohl doch noch stattfinden. So riskiert Donald Trump Chaos, verprellt Verbündete – und verschafft Kim einen Vorteil.
          Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt Anfang 2016.

          „Ankerzentren“ : Kritik an Seehofers zentralen Unterkünften

          Großunterkünfte für Asylbewerber, wie Innenminister Horst Seehofer sie plant, stoßen auf viele Vorbehalte. Die Bundesländer wollen Rechtsklarheit, Wohlfahrtsverbände sorgen sich vor allem um Kinder.
          Italiens designierter Ministerpräsident Giuseppe Conte.

          Wegen neuer Regierung : Italien droht Abstufung

          Die Pläne der voraussichtlichen neuen Regierung unter Giuseppe Conte hält mit Moody’s nun auch eine der großen Ratingagenturen für Besorgnis erregend. Eine Abwertung hätte für Italien teure Folgen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.