Mokhtar Belmokhtar ist ein erfahrener Wüstenkrieger. Zuletzt wurden die Terrorgruppen des radikalen Islamistenführers in Mali verortet. Nun operieren seine Kämpfer auch in Algerien. 1500 Kilometer von Malis Grenzen entfernt hat eine terroristische Gruppe in der ostalgerischen Sahara ein Gasfeld gestürmt und zahlreiche Geiseln genommen. Die Kämpfer bezeichnen sich als Kommando Al Mouthalimin (zu Deutsch etwa: „Die mit dem Blut unterzeichnen“), eine von mehreren Gruppen Belmokhtars.
Dass die Gruppe die gewaltige Distanz weitgehend unbemerkt zurücklegt hat, kann nicht überraschen. Zum einen verschmelzen die Fahrzeugkolonnen der motorisierten Kämpfer nach wenigen Minuten mit dem Horizont des scheinbar unendlichen Sandmeeres. Satelliten und selbst Flugzeuge können sie dann kaum noch ausmachen. Der andere Grund dürfte sein, dass die Terroristen mit Mokhtar Belmokhtar einen erfahrenen Kämpfer an ihrer Spitze wissen, der sich mühelos in der Sahara zu bewegen weiß.
Seine terroristische Karriere begann der gebürtige Algerier mit 19 Jahren als radikalislamischer Kämpfer in Afghanistan. Nach zwei Jahren kehrte Mokhtar 1993 nach Algerien zurück und kämpfte an der Seite aufständischer Islamisten gegen die algerischen Streitkräfte. Dort machte er schnell Karriere und schloss sich immer wieder neuen Islamistengruppen an. Viele Jahre war Belmokhtar für die Al Qaida im Islamischen Maghreb (Aqim) an zahlreichen Schauplätzen in Nordafrika tätig. Im vergangenen Jahr dann gründete er eine eigene Gruppe.
Neben seiner kämpferischen Tätigkeit machte sich Belmokhtar als krimineller Unternehmer einen Namen. Wie viele Al-Qaida-Kommandeure finanzierte er seine Gruppe mit Entführungen, Zigarettenschmuggel und Waffendiebstählen. Beobachter gehen davon aus, dass Belmokhtar zuletzt mehrere hundert Kämpfer unter seinem Kommando vereinte. Mit der Geiselnahme will der Terroristenführer Frankreich dazu zwingen, die Intervention gegen die malischen Islamisten einzustellen. Wenig spricht dafür, dass er dieses Ziel erreichen wird. Sollte er das Kommando persönlich führen, wie algerische Quellen behaupten, könnte es sein letzter Kampf sein.
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