Home
http://www.faz.net/-gpf-75t3e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Mokhtar Belmokhtar Fisch im Sandmeer

Mokhtar Belmokhtar gilt als Kopf der Geiselnehmer auf dem algerischen Gasfeld. Der 40 Jahre alte Anführer blickt auf eine zwei Jahrzehnte lange terroristische Karriere zurück. Die Sahara ist sein Refugium.

© AFP Vergrößern Mokthar Belmokhtar, der mutmaßliche Anführer der Geiselnehmer auf dem algerischen Gasfeld

Mokhtar Belmokhtar ist ein erfahrener Wüstenkrieger. Zuletzt wurden die Terrorgruppen des radikalen Islamistenführers in Mali verortet. Nun operieren seine Kämpfer auch in Algerien. 1500 Kilometer von Malis Grenzen entfernt hat eine terroristische Gruppe in der ostalgerischen Sahara ein Gasfeld gestürmt und zahlreiche Geiseln genommen. Die Kämpfer bezeichnen sich als Kommando Al Mouthalimin (zu Deutsch etwa: „Die mit dem Blut unterzeichnen“), eine von mehreren Gruppen Belmokhtars.

Lorenz Hemicker Folgen:    

Dass die Gruppe die gewaltige Distanz weitgehend unbemerkt zurücklegt hat, kann nicht überraschen. Zum einen verschmelzen die Fahrzeugkolonnen der motorisierten Kämpfer nach wenigen Minuten mit dem Horizont des scheinbar unendlichen Sandmeeres. Satelliten und selbst Flugzeuge können sie dann kaum noch ausmachen. Der andere Grund dürfte sein, dass die Terroristen mit Mokhtar Belmokhtar einen erfahrenen Kämpfer an ihrer Spitze wissen, der sich mühelos in der Sahara zu bewegen weiß.

Mehr zum Thema

Seine terroristische Karriere begann der gebürtige Algerier mit 19 Jahren als radikalislamischer Kämpfer in Afghanistan. Nach zwei Jahren kehrte Mokhtar 1993 nach Algerien zurück und kämpfte an der Seite aufständischer Islamisten gegen die algerischen Streitkräfte. Dort machte er schnell Karriere und schloss sich immer wieder neuen Islamistengruppen an. Viele Jahre war Belmokhtar für die Al Qaida im Islamischen Maghreb (Aqim) an zahlreichen Schauplätzen in Nordafrika tätig. Im vergangenen Jahr dann gründete er eine eigene Gruppe.

Neben seiner kämpferischen Tätigkeit machte sich Belmokhtar als krimineller Unternehmer einen Namen. Wie viele Al-Qaida-Kommandeure finanzierte er seine Gruppe mit Entführungen, Zigarettenschmuggel und Waffendiebstählen. Beobachter gehen davon aus, dass Belmokhtar zuletzt mehrere hundert Kämpfer unter seinem Kommando vereinte. Mit der Geiselnahme will der Terroristenführer Frankreich dazu zwingen, die Intervention gegen die malischen Islamisten einzustellen. Wenig spricht dafür, dass er dieses Ziel erreichen wird. Sollte er das Kommando persönlich führen, wie algerische Quellen behaupten, könnte es sein letzter Kampf sein.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
IS-Kampfbrigaden im Irak Der Terrorstaat

Im „Islamischen Staat“ in Syrien und im Nordirak gelten die Regeln der Scharia. Die Kämpfer agieren barbarisch, junge europäische Muslime lernen dort das Töten. Sie können in Zukunft auch uns gefährlich werden. Mehr

30.08.2014, 19:31 Uhr | Politik
Somalia Amerika meldet Militärschlag gegen al Shabaab

Das amerikanische Militär ist nach eigenen Angaben in Somalia gegen die islamistische Miliz al Shabaab vorgegangen - offenbar mit einem tödlichen Drohnenangriff. Mehr

02.09.2014, 03:42 Uhr | Politik
Assad und IS Die totalitären Zwillinge

Syriens Präsident Assad will sein Volk und den Westen vor eine infame Wahl stellen: Entweder bleibt sein Regime an der Macht, oder Syrien wird dem IS übergeben. Dabei hat er selbst den Boden für die Terrormiliz bereitet. Mehr

02.09.2014, 09:12 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.01.2013, 14:57 Uhr

Eskalation

Von Nikolas Busse

Die Reaktion der Nato auf die russische Aggression ist angemessen - aber im Kern zurückhaltend. Das Gebaren Russlands in der Ukraine ist ein epochaler Bruch. Die SPD tut sich mit dieser Erkenntnis noch immer schwer. Mehr 87

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden