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Mitgliederzahlen : Grüne könnten FDP bald überrunden

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Kampf um Stimmen, Werben um Mitglieder: Die Parteien rüsten sich für die Wahl in Niedersachsen, nicht zuletzt mit kleinen „Give aways“. Für die FDP geht es dabei, einmal mehr, um Alles oder Nichts. Ihre Mitglieder stimmen schon mit den Füßen ab - und kehren ihrer Partei den Rücken. Bild: dapd

Die Grünen könnten bald mehr Mitglieder haben als die FDP. Bis Ende Juni 2012 habe die FDP fast 3000 Mitglieder verloren, sagte ein Sprecher. Die Grünen gewannen hingegen leicht hinzu und liegen jetzt fast gleichauf.

          Die im Umfragetief steckende FDP hat in diesem Jahr auch den Rückhalt Tausender Parteimitglieder verloren und wird nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zum Jahreswechsel voraussichtlich von den Grünen überholt werden. Allein bis Ende Juni ging die Zahl der FDP-Mitglieder um knapp 3000 auf 60.181 Mitglieder zurück, wie ein Sprecher der FDP am Samstag bestätigte. Die Grünen zählten Mitte Dezember 59.727 Mitglieder.

          Die Mitgliederentwicklung in mehreren Bundesländern deute darauf hin, dass sich der Negativtrend bei der FDP im zweiten Halbjahr fortgesetzt habe, berichtete die „Frankfurter Rundschau“ weiter. „Erkenntnisse, dass es deutliche Mitgliedergewinne gegeben hat, liegen uns nicht vor“, sagte FDP-Sprecher Wulf Oehme der Zeitung.

          Die Mitgliederentwicklung für das ganze Jahr 2012 werde die Partei im Januar, voraussichtlich aber nicht mehr vor dem Dreikönigstreffen veröffentlichen, sagte Oehme der Nachrichtenagentur AFP. Die Partei warte noch die Zahlen aus den Landesverbänden ab. In Brandenburg seien beispielsweise halbe Ortsgruppen aus der FDP ausgetreten, gleichzeitig habe es aber auch Neugründungen gegeben. Laut „FR“ hatte die FDP schon 2011 mehr als 5000 Mitglieder verloren.

          Schwund auch in anderen Parteien

          Außer der FDP verzeichneten demnach auch CDU und SPD in diesem Jahr rückläufige Mitgliederzahlen. Die SPD, die nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen zur Jahresmitte kurzzeitig die CDU überholt hatte, lag demnach Ende November mit 477.803 Mitgliedern wieder hinter der CDU mit 478.810 Mitgliedern. Die Grünen verbuchten nach 59.074 Mitgliedern Ende 2011 einen Zuwachs von 650 Mitgliedern.

          Der Parteienforscher Oskar Niedermayer begründete den Mitgliederrückgang in der FDP damit, dass niemand „zu den Verlierern gehören“ wolle. Für eine Trendwende müsse „sehr viel klarer“ werden, wofür eine Partei überhaupt stehe, sagte er der „FR“. Auch ein Wechsel an der Parteispitze könne helfen. „Die Bürger nehmen Philipp Rösler als Politiker nicht ernst“, sagte Niedermayer.

          Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hatte am Freitag offengelassen, ob er sich im kommenden Jahr wieder um das Amt des Parteivorsitzenden bewerben will. „Jetzt konzentrieren wir uns erst mal auf Niedersachsen“, sagte er mit Blick auf die Landtagswahl am 20. Januar. Bei der Niedersachsen-Wahl gehe es darum, „dass wir nicht nur in den Landtag hineinkommen, sondern dass wir in Regierungsverantwortung verbleiben“, sagte Rösler. Personaldebatten lehnte er zum jetzigen Zeitpunkt ab.

          Niebel erhöht Druck auf Rösler

          Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) trieb hingegen die Debatte um die Zukunft Röslers weiter voran. Es sei „ein Zeichen von innerparteilicher Demokratie“, wenn sich auf dem FDP-Bundesparteitag im Mai mehrere Kandidaten um das Amt des Bundesvorsitzenden bewerben würden, sagte das FDP-Präsidiumsmitglied dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Die FDP müsse mit dem „stärkstmöglichen Führungsteam“ in die Wahl gehen, forderte Niebel. Zugleich wies er Spekulationen
          zurück, er wolle selbst den Parteivorsitz übernehmen. „Nein, ich
          will es nicht“, sagte er im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Allerdings ließ der frühere FDP-Generalsekretär durchblicken, dass er sich dieses Amt zutraut, sollte ein Führungswechsel nötig werden.

          Sowohl in Niedersachsen als auch im Bund liegt die FDP in den meisten Umfragen unter fünf Prozent. Mehrere FDP-Politiker hatten in den vergangenen Tagen Zweifel erkennen lassen, ob Rösler als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl geeignet sei. Niebel hatte bereits gesagt, der Parteivorsitzende müsse nicht zugleich Spitzenkandidat sein.

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