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Missbrauchsfälle Ettaler Abt tritt zurück

24.02.2010 ·  Der Abt des Klosters Ettal, Barnabas Bögle, kommt „der dringenden Bitte“ der Erzdiözese München und Freising nach und ist von seinem Amt zurückgetreten. Er habe gegen die „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche“ verstoßen.

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Im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen im Internat des oberbayerischen Benediktinerklosters Ettal (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ist Abt Barnabas Bögle mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Er komme damit „der dringenden Bitte“ der Erzdiözese München und Freising nach, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat München am Mittwoch mit. Abt Barnabas übernehme die Verantwortung dafür, dass in der Abtei gegen die bischöflichen „Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche“ verstoßen worden sei.

Die Leitlinien sähen bei Verdachtsfällen grundsätzlich eine Meldepflicht an den bischöflichen Beauftragten der Erzdiözese für die Prüfung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs vor. Dieser Meldepflicht sei das Kloster nicht nachgekommen. Die Benediktinerabtei habe Generalvikar Peter Beer am Mittwoch über den Regelverstoß in Kenntnis gesetzt. Beer habe den Abt daraufhin um seinen Rücktritt ersucht. Die Erzdiözese München und Freising sehe in dem Rücktritt „einen respektablen und richtigen Schritt“, hieß es.

Rat für Eltern, Schüler und Lehrkräfte

Abt Barnabas hatte am Montag eingeräumt, dass in den 1970er und 1980er Jahren im Internat Schüler von Geistlichen sexuell missbraucht wurden. Schon zuvor hatte der Prior des Klosters im Bayerischen Rundfunk (BR) Fälle von sexuellem Missbrauch an Schülern bestätigt. Das Kloster Ettal hatte das Ordinariat in München um Amtshilfe bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gebeten. Der Bischöfliche Beauftragte des Erzbistums für die Prüfung von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs, Monsignore Siegfried Kneißl, war deshalb am Dienstag nach Ettal gereist. Er hielt sich in der Schule des Klosters bereit für Rat und Hilfe suchende Eltern, Schüler und Lehrkräfte.

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