25.03.2010 · Gut möglich, dass im gemeinsamen Gespräch über die Missbrauchsfälle jetzt Konzepte entwickelt werden, die nur so zustande kommen können. Doch ein Runder Tisch ist auch ein Zeichen von Hilflosigkeit.
Von Reinhard MüllerDie Bundesregierung unterstütze „alles, was zur Aufdeckung, Aufklärung und Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche beiträgt“, versicherte Bildungsministerin Schavan anlässlich der Einsetzung des Runden Tisches. Es wäre schlimm, wenn es anders wäre. Schließlich gibt es genügend Einrichtungen, die zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle berufen sind, von der Justiz bis zum Parlament. Was jetzt noch fehlt, ist offenbar ein öffentliches Zeichen: Die Leiden der Opfer sollten wahrgenommen und anerkannt werden, heißt es.
Gut möglich, dass im gemeinsamen Gespräch über Ressortgrenzen und Institutionen hinweg Konzepte entwickelt werden, die nur so zustande kommen können. Doch ein Runder Tisch ist auch ein Zeichen von Hilflosigkeit.
Sexueller Missbrauch geschieht - anders als viele glauben - fast ausschließlich in Vertrauensverhältnissen. Deshalb werden solche Taten anfangs womöglich gar nicht als Missbrauch wahrgenommen und kaum oder allenfalls Jahre später bekannt. Minderjährige zu schützen, ist daher zunächst eine Aufgabe der Eltern.
Reinhard Müller Jahrgang 1968, Redakteur in der Politik, zuständig für „Staat und Recht“.
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