09.03.2010 · Das Thema Kindesmissbrauch gehört in die Mitte der Gesellschaft. Dass die FDP dort nie sein wollte, ist ihr nicht zum Vorwurf zu machen. Kurios ist aber, dass die Bundesjustizministerin die antikatholischen Ressentiments im Stil der siebziger Jahre zu bedienen versucht.
Von Daniel DeckersVon dem runden Tisch gegen Kindesmissbrauch, den die CDU-Ministerinnen Schavan und Schröder für Ende April einberufen haben, geht schon jetzt ein wichtiges Signal aus: Wie Kinder und Jugendliche vor Übergriffen Erwachsener geschützt werden und wie Kirchen, Bildungseinrichtungen oder auch Sportvereine sicherstellen können, dass sie perversen Zeitgenossen nicht als Tarnung dienen, geht nicht nur die Vertreter einer einzigen Konfession etwas an.
Das Thema gehört dorthin, wo Kinder und Jugendliche sind: in die Mitte der Gesellschaft. Dass die FDP dort nie sein wollte, ist ihr nicht zum Vorwurf zu machen. Kurios ist vielmehr, dass die Bundesjustizministerin die antikatholischen Ressentiments in der Bevölkerung im Stil der siebziger Jahre zu bedienen versucht.
Noch kurioser ist, dass der resoluten Dame keiner der vor der Bundestagswahl unüberhörbaren „Christen in der FDP-Bundestagsfraktion“ widerspricht. Auch Gesundheitsminister Rösler, einem Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hat es offenbar die Sprache verschlagen. So viele unfreie Demokraten gab es selten.
Daniel Deckers Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
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