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Merkel trifft Erdogan Gute Freunde schenken sich nichts

30.03.2010 ·  Das deutsch-türkisch Verhältnis bleibt schwierig. Ankara sieht in der Regierung Merkel ein Haupthindernis für die Mitgliedschaft in der EU. Auch in der Frage eine Sanktionsregimes gegen Iran Causa macht Erdogan der Bundeskanzlerin keine Geschenke unter Freunden.

Von Berthold Kohler
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Warum dieser „Hass“? Nicht allein die Wortwahl Erdogans zeigt, dass das deutsch-türkische Verhältnis trotz gegenteiliger Beschwörungen weiterhin ein schwieriges ist. Ankara sieht in der Regierung Merkel ein Haupthindernis für die Mitgliedschaft in der EU.

In Deutschland wiederum reagiert nicht nur die schwarz-gelbe Koalition irritiert auf Erdogans Neigung, als Schutzherr der Türken an Rhein und Spree aufzutreten. Sind sie, wie er immer wieder zu befürchten vorgibt, von Assimilation bedroht?

Oder dienen sie ihm eher als Mittel zum Zweck? Wer mit der Ausweisung von hunderttausend Armeniern droht, um das armenische Exil in Amerika zum Schweigen über den Völkermord vor hundert Jahren zu bringen, muss sich über wachsendes Misstrauen nicht wundern.

Die Kanzlerin aber will die Wogen glätten, schon der Wirtschaftsbeziehungen halber. Ohne die Türkei lässt sich auch kein effektives Sanktionsregime gegen den Nachbarn Iran errichten. Hier sperrt Ankara sich bisher. Erdogan weiß, wie wichtig die Sache der Kanzlerin ist. Aber gute Freunde wie er und sie schenken sich nichts.

Warum dieser „Hass“? Nicht allein die Wortwahl Erdogans zeigt, dass das deutsch-türkische Verhältnis trotz gegenteiliger Beschwörungen weiterhin ein schwieriges ist. Ankara sieht in der Regierung Merkel ein Haupthindernis für die Mitgliedschaft in der EU.

In Deutschland wiederum reagiert nicht nur die schwarz-gelbe Koalition irritiert auf Erdogans Neigung, als Schutzherr der Türken an Rhein und Spree aufzutreten. Sind sie, wie er immer wieder zu befürchten vorgibt, von Assimilation bedroht?

Oder dienen sie ihm eher als Mittel zum Zweck? Wer mit der Ausweisung von hunderttausend Armeniern droht, um das armenische Exil in Amerika zum Schweigen über den Völkermord vor hundert Jahren zu bringen, muss sich über wachsendes Misstrauen nicht wundern.

Die Kanzlerin aber will die Wogen glätten, schon der Wirtschaftsbeziehungen halber. Ohne die Türkei lässt sich auch kein effektives Sanktionsregime gegen den Nachbarn Iran errichten. Hier sperrt Ankara sich bisher. Erdogan weiß, wie wichtig die Sache der Kanzlerin ist. Aber gute Freunde wie er und sie schenken sich nichts.

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1961, Herausgeber.

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