25.06.2009 · Wenn Kanzlern Merkel und Präsident Obama im Weißen Haus über Klimapolitik, Finanzen und Defizite, über Iran und Afghanistan sprechen, werden sie Einigkeit demonstrieren - und in den Zielen auch einig sein. Aber Differenzen im Detail werden bleiben
Von Klaus-Dieter FrankenbergerIm Prinzip sind sich die Bundeskanzlerin und der amerikanische Präsident einig: Der Ausstoß von Treibhausgasen muss verringert werden. Beide halten es für dringlich, das Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen. Wenn die Kosten und die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Branchen ins Spiel kommen, sieht die Sache schon anders aus, und das hat nicht nur mit dem Kongress zu tun, der auch die Schwellenländer klimapolitisch in die Pflicht nehmen will.
Während Berlin bis 2020 eine Verringerung der Treibhausgase um vierzig Prozent gegenüber 1990 anstrebt, hält die Regierung Obama ein solches Reduktionsziel weder für notwendig noch für realistisch. So nahe steht die Welt dann doch nicht am Abgrund; eine Verringerung um 17 Prozent gegenüber 2005 (!) finden die Amerikaner auch schon ganz schön.
Wenn Frau Merkel und Obama im Weißen Haus über Klimapolitik, Finanzen und Defizite, über Iran und Afghanistan sprechen, werden sie Einigkeit demonstrieren - und in den Zielen auch einig sein. Aber Differenzen im Detail werden bleiben, selbst wenn sie ein Herz und eine Seele sind - oder von nun an wären.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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