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Mauertote und Bootsflüchtlinge : Wofür die Kreuze stehen

Die Kreuzdiebe von Berlin machen es Gaucks Kritikern nicht leichter. Denn sie erinnern die Deutschen mit ihrer Tat daran, wofür die Kreuze standen.

          In Berlin sind sieben Kreuze entwendet worden, die zum Gedenken an die Menschen aufgestellt worden waren, die an der Mauer erschossen worden sind. Eine sogenannte Künstlergruppe will mit den Kreuzen an das Elend der Flüchtlinge erinnern, die bei dem Versuch umkamen, nach Europa zu gelangen. Es ist eine üble Gleichsetzung, die mit dieser „Aktion“ vorgenommen wird.

          Die Grenzpolizisten Italiens, Griechenlands, Bulgariens und der EU schießen nicht auf Bootsflüchtlinge, sondern retten sie. Das gelingt nicht immer, wie die Tragödie im Bosporus zeigt. Doch haben auch die Türken keinen Schieß-, sondern einen Hilfsbefehl. Wer Publizität durch Provokation erlangen will, darf sich von solchen Unterschieden aber nicht beirren lassen. Auch nicht von der Empörung über einen schändlichen Diebstahl. Außerhalb der CDU hielt sie sich freilich in Grenzen: Die deutschen Linken sind mehrheitlich noch damit ausgelastet, sich über den Bundespräsidenten zu ereifern. Die Kreuzdiebe machen es seinen Kritikern aber nicht leichter. Denn jetzt erinnert man sich wieder daran, wofür die Kreuze standen.

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