09.08.2007 · Mit seinem Besuch in Teheran will Iraks Ministerpräsident Maliki die Beziehungen zu Iran verbessern. Die Visite bei Präsident Ahmadineschad ist gleichwohl eine heikle Mission: Manche sehen in dem Glaubensbruder Maliki schlicht einen „Verräter“.
Von Wolfgang Günter LerchEs ist ein Besuch bei Glaubensbrüdern. Doch die Visite des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki in Teheran ist gleichwohl eine heikle Angelegenheit. Maliki, obzwar Schiit, ist der Ministerpräsident des gesamten Iraks, also auch der Minderheit der Sunniten, von denen sich ein Teil im Aufstand befindet oder sogar dem Terror huldigt. Schiitische Gruppen verüben ebenfalls Gewalttaten.
Auch dürfte es bei der Führung in Teheran nicht wenige geben, die in dem Glaubensbruder Maliki schlicht einen „Verräter“ sehen, einen Vasallen der Besatzungsmacht Amerika; daran ändert auch nichts, dass Teheran selbst nun gelegentlich Gespräche mit den Amerikanern führt. Sicherheit hat Vorrang im Irak. Darüber spricht der Ministerpräsident in der iranischen Hauptstadt.
Zuvor hatte er in Ankara ebenfalls über dieses Thema geredet, vor allem in Bezug auf den ölreichen Nordirak. Die Islamische Republik Iran hat ein gewisses Interesse daran, dass der irakische Nachbar nicht noch tiefer in Chaos und Zerfall versinkt, doch sie will dort auch - mit Hilfe ihrer einflussreichen schiitischen Klientel - ihre politischen Vorstellungen zum Tragen bringen. Maliki ist um diesen Besuch nicht gerade zu beneiden.