02.09.2010 · Die Aufklärung der Umstände, die bei der Loveparade in Duisburger 21 Menschen das Leben kosteten, gerät endgültig zur Farce und in die Niederungen der Parteipolitik. Der Landtag hätte die Ermittlungen gleich der Staatsanwaltschaft überlassen sollen.
Von Stefan DietrichIn der sechsten Woche nach der Duisburger Loveparade scheint die Aufklärung der Umstände, die 21 Menschen das Leben kosteten, endgültig zur Farce zu geraten. Das Ausmaß an Verantwortungsscheu, das die Hauptbeteiligten – der Veranstalter, die Stadt und das Innenministerium – der Öffentlichkeit vorführen, ist geradezu widerwärtig.
Sicher gibt es so etwas wie eine Verkettung unglücklicher Umstände, die keinen Alleinverursacher hat. Was es nicht gibt, ist ein Ereignis mit so vielen Toten und Verletzten, bei dem alle Verantwortlichen fast alles richtig gemacht haben wollen.
Der Landtag hätte sich dieses Trauerspiel ersparen können, wenn er die Ermittlungen gleich der Staatsanwaltschaft überlassen hätte. Denn im Innenausschuss findet nur die Fortsetzung des parteipolitischen Kampfs zwischen dem Duisburger Oberbürgermeister und seinem ehemaligen Hauptgegner im Stadtrat, dem heutigen Innenminister Jäger, statt.
Bleibt zu hoffen, dass wenigstens die Staatsanwaltschaft unabhängig genug ist, sich nicht in die Niederungen der Parteipolitik hineinziehen zu lassen.