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Linkspartei Gesine Lötzsch tritt zurück

Gesine Lötzsch ist von ihrem Amt als Parteivorsitzende der Linkspartei zurückgetreten. Als Grund nannte sie eine Erkrankung ihres Mannes. Bodo Ramelow schlägt jetzt eine Doppelspitze aus Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch vor, andere sehnen sich nach Oskar Lafontaine.

© Lüdecke, Matthias Gesine Lötzsch

Wenige Wochen vor den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ist die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch am Dienstagabend überraschend zurückgetreten. Die 50 Jahre alte Politikerin nannte familiäre Gründe für ihren Schritt. Sie hatte die Partei seit 2010 geführt und trotz innerparteilicher Kritik noch vor wenigen Monaten angekündigt, auf dem Parteitag im Juni wieder für den Vorsitz zu kandidieren. Der Partei steht jetzt eine Führungsdebatte ins Haus.

„Aufgrund der Erkrankung meines Mannes habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, das Amt der Vorsitzenden der Partei Die Linke niederzulegen“, teilte Frau Lötzsch schriftlich mit. Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen. „Meine familiäre Situation lässt jedoch eine häufige Abwesenheit von meinem Wohnort Berlin nicht mehr zu“, sagte sie weiter. Ihr Bundestagsmandat wolle sie behalten und sich künftig darauf konzentrieren.

Linkspartei vor Führungsdebatte

Der zweite Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, bedauerte den Rücktritt. „Wir haben in einer schwierigen Zeit vertrauensvoll und mit gegenseitigem Respekt zusammen gearbeitet. Dafür danke ich ihr“, sagte Ernst am Mittwochmorgen. „Ich wünsche ihr und ihrer Familie Kraft und Gesundheit für die kommende Zeit.“ Ernst werde die Partei für knapp zwei Monate alleine führen. Eine Nachfolgerin für Frau Lötzsch solle erst auf dem Parteitag Anfang Juni in Göttingen gewählt werden, wie ein Parteisprecher am Mittwoch in Berlin mitteilte. Bis dahin werde Ernst die Amtsgeschäfte von Frau Lötzsch übernehmen.

Klaus Ernst Gesine Lötzsch Verantwortlich für das schlechte Erscheinungsbild der Linkspartei? Die Vorsitzenden der Partei „Die Linke“, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst im … © dpa Bilderstrecke 

Der unerwartete Rücktritt zwingt der Partei kurz vor den Landtagswahlen Anfang Mai eine Führungsdebatte auf. Für die Nachfolge muss die Partei eine Frau wählen. Wer das sein könnte, war am Dienstagabend nicht abzusehen. Auch wer die männliche Hälfte der Doppelspitze stellt, ist unklar. Ernst hat sich bislang nicht darüber geäußert, ob er noch einmal kandidiert. „Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich Klaus Ernst baldmöglichst erklärt, ob er sich zur Wiederwahl als Parteichef stellt“, sagte die kommissarische Sprecherin des bayerischen Landesvorstands, Anny Heike, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd.

Ramelow schlägt Sahra Wagenknecht vor

Der stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch hatte Ende November seine Gegenkandidatur angekündigt. Ob der frühere Parteivorsitzende Oskar Lafontaine wieder für den Vorsitz kandidiert, ist Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Lafontaine gilt als Gegner Bartschs. Über eine Kandidatur hat er sich bislang aber nicht geäußert.

Der thüringische Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow schlug am Mittwoch Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch als neue Parteispitze vor. Beide passten thematisch gut zusammen, sagte Ramelow der Nachrichtenagentur dapd in Erfurt. Mit Gregor Gysi und Oskar Lafontaine als Spitzenkandidaten könne die Partei dann in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. „Ein Duo Wagenknecht/Lafontaine an der Parteispitze halte ich für schwierig“, sagte Ramelow.

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