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G-20-Gipfel in Hamburg : Wie gewaltfrei wird gegen Trump und Co. protestiert?

Alles nur zur Deeskalation? Ein Clown im Wortgefecht mit einem Passanten vor dem Hamburger Hauptbahnhof Bild: Henning Bode

In Hamburg proben linke Gruppen ihren Protest gegen den G-20-Gipfel. Gewalt will natürlich niemand gutheißen – doch echte Distanzierung fällt auch schwer.

          Clowns sind keine bösen Menschen. Sie zünden keine Reifen an und werfen keine Steine auf Polizisten. „Clowns“, sagt Christian Blank, „deeskalieren. Die nehmen die Spannung raus.“ Gerade hüpfen drei vorbei, in weiten, bunten Hosen, weißen und roten Perücken und mit Plastikblumen in der Hand. Die legen sie, so üben sie es hier, später den hochgerüsteten Einsatzkräften vor die stahlkappenbeschuhten Füße. Seit einigen Jahren veranstaltet die Organisation Attac sogenannte Akademien, in denen Mitglieder und Sympathisanten den Widerstand üben: Wie man Werbung im öffentlichen Raum verunstaltet und verändert, sogenanntes Ad busting, welche Rechte man als Demonstrant hat und was man tun kann, wenn einen Polizisten bei einer Sitzblockade wegtragen. Immer wieder wird gesagt, was rechtlich erlaubt ist und was nicht, was man also unterlassen sollte. „Zivilen Ungehorsam“ nennen sie das hier. Gut hundert meist junge Frauen und Männer sind diesmal dabei. Dieses Jahr findet das Training wegen des G-20-Gipfels, den Anfang Juli Hamburg zu Gast haben wird, in einer Grundschule im Hamburger Norden statt.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Das passt alles so gar nicht zu den Szenarien und Bildern, die Hamburgs Innensenator Andy Grote und das Landeskriminalamt vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs gemalt haben: Demnach werden Tausende, vielleicht sogar Zehntausende Linksextreme zu dem Gipfel aus dem In- und Ausland nach Hamburg reisen, womöglich versuchen, die Konvois von Merkel, Trump und Putin aufzuhalten und die Stadt in Brand zu setzen. Ein sicherheitspolitischer Ausnahmezustand.

          Im Attac-Camp sieht man keine brennenden Reifen und Tonnen. Man muss mit den Teilnehmern über brennende Tonnen reden, um mehr über ihr Verständnis von Protest und Gewalt zu erfahren. Zum Beispiel von Christian Blank. Er ist Mitglied des Koordinierungskreises von Attac, dem Organisationsgremium. Blank zählt auf, was seiner Ansicht nach schlecht ist in der Welt. „Merkel, Schäuble, die Austeritätspolitik in Griechenland.“ Und was dadurch passiert: „Da werden Menschen in Griechenland in den Tod getrieben.“ Dann ist es bis zu den brennenden Tonnen gar nicht mehr weit: „Eine brennende Mülltonne ist gar nichts im Gegensatz zu einem brennenden Menschen vor dem griechischen Parlament“, sagt Annika, die neben Blank sitzt. Sie gehört zum sogenannten Rat, dem Strategiegremium von Attac. Ihren Nachnamen will sie nicht nennen.

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          Nun wären für die 20.000 Polizisten, Beamten des Bundeskriminalamts und Bundespolizisten, die den G-20-Gipfel in Hamburg sichern werden, ein paar brennende Tonnen kein großes Problem. Aber der Protest wird, so die Einschätzung des LKA in einem Lagebericht des Staatsschutzes, noch viel weiter gehen. Die Sicherheitszonen in der Innenstadt könnten blockiert werden, genauso der Hafen, Bahnstrecken und der Elbtunnel. Funkmasten könnten gestört werden, auch der Polizeifunk. Vielleicht greifen Demonstranten die Stromversorgung an und manipulieren Ampeln. Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft sprach davon, Linksterroristen könnten sich eingeladen fühlen, „die Stadt auseinanderzunehmen“. Innensenator Grote, ein Sozialdemokrat, deutete an, was passieren könnte, wenn Demonstranten die Autokonvois der Staatschefs blockierten und zum Anhalten brächten. Für die Sicherheitsleute stelle das ein großes Risiko dar, sie würden reagieren, sprich: vielleicht sogar schießen.

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