09.06.2011 · Noch wehrt sich der libysche Revolutionsführer Gaddafi gegen die Rebellen und die Luftangriffe der Nato. Doch am Ende wird er das gleiche Schicksal der Autokraten-Diktatoren der Nachbarländer Tunesien und Ägypten teilen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerZugegeben, es handelt sich um reine Spekulation. Aber es könnte doch ein Zusammenhang bestehen zwischen den verstärkten Luftangriffen der Nato in den vergangenen Tagen und der anhebenden Diskussion darüber, wer sich wie an dem Wiederaufbau Libyens beteiligt. In jedem Fall wird das Gaddafi-Regime nicht ewig währen; es fällt auseinander und kann den Angriffen wenig, schon gar nicht auf Dauer, entgegenhalten. Unterdessen scheinen sich die Rebellen neu formiert zu haben. Das bedeutet nicht, dass Gaddafi schon morgen, bildlich gesprochen, das Weite sucht; aber am Ende wird er das Schicksal der Autokraten-Diktatoren in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten teilen.
Spätestens dann käme auch Deutschland wieder ins Spiel, aus dem es sich selbst genommen hat: Es sollte sich am Aufbau einer neuen Ordnung in Libyen beteiligen - auch, aber nicht nur deshalb, weil es zur "Koalition der militärisch Abseitsstehenden" gehört. Beim Wiederaufbau wird die "Koalition der Willigen" gerne zurücktreten wollen. Diese Koalition war eben nicht nur eine Erfindung der Ära Bush, sie ist schlicht Realität.
Widerspruch
Jürgen Dietze (dietzej)
- 09.06.2011, 15:49 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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