http://www.faz.net/-gpf-7hod0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.09.2013, 22:08 Uhr

Letzte ZDF-Umfrage Ausgang der Wahl noch völlig offen

Schafft es Schwarz-Gelb doch noch? Kommt die AfD in den Bundestag? Was wird aus den Grünen? Die letzte Umfrage des ZDF vor der Wahl zeigt: So knapp war es selten.

© dpa Die Raute der Kanzlerin - wird sie wieder mit der FDP regieren können?

Wenige Tage vor der Bundestagswahl ist weiter offen, ob Schwarz-Gelb eine Mehrheit bekommt. Nach dem ZDF-„Politbarometer“ vom Donnerstag kommt die Union unverändert auf 40 Prozent der Stimmen, die FDP auf 5,5 Prozent (-0,5). Die SPD erreicht 27 Prozent (+1,0), die Grünen 9 Prozent (-2,0) und die Linken 8,5 Prozent (+0,5). Damit erreicht Schwarz-Gelb mit 45,5 Prozent eine hauchdünne eigene Mehrheit vor der Opposition von SPD, Grünen und Linken, die auf insgesamt 44,5 Prozent kommt. Die Euro-kritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) bleibt danach unverändert bei 4 Prozent und würde den Sprung in den Bundestag verpassen.

Das ZDF hatte erstmals seit Jahrzehnten entgegen bisheriger Absprachen mit der ARD noch in der Woche vor der Wahl eine Umfrage veröffentlicht. Das war insofern interessant, als die Ergebnisse nach der Bayern-Wahl und während der Pädophilie-Debatte bei den Grünen erhoben wurden. Im Auftrag des ZDF befragte die Forschungsgruppe Wahlen am Mittwoch und Donnerstag eine repräsentative Auswahl von 1369 Bürgern.

Gauck ruft zum Wählen auf

Nach einer ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung kann die AfD dagegen auf den Einzug in den Bundestag hoffen. Insa hatte folgende Zahlen ermittelt: Union 38 Prozent, SPD 28 Prozent, Linke 9 Prozent, Grüne 8 Prozent, FDP 6 Prozent und die AfD 5 Prozent.

Unterdessen hat Bundespräsident Joachim Gauck zu einer Beteiligung an der Bundestagswahl aufgerufen. Gauck bat die Bürger, sich im Sinne des Gemeinwesens zu engagieren. Er sagte am Donnerstag: „Demokratie passiert nicht einfach, sie wird gemacht: von uns.“ Sie lebe davon, „dass Bürger andere Bürger auf Zeit damit beauftragen, die öffentlichen Dinge zu regeln“. Er fügte an: „Und sie lebt davon, dass die Gewählten ihren Auftrag ernst nehmen.“

Indirekt kritisierte Gauck, wie sogenannte Nichtwähler ihr Verhalten begründeten. Er forderte die Bürger auf: „Überlassen Sie unsere parlamentarische Demokratie nicht der Beliebigkeit oder gar dem Verdruss.“ Gauck gestand ein, die Demokratie sei nicht perfekt. Aber sie sei „die Ordnung, die das Kostbarste schützt, was wir haben: selbstbestimmt und eigenverantwortlich unser Leben, unsere Zukunft zu gestalten“.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/ban./F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Merkel-Pressekonferenz Wir schaffen das – und jetzt?

An diesem Donnerstag steht Kanzlerin Merkel in Berlin der Hauptstadtpresse Rede und Antwort. Der Termin wird mit Spannung erwartet – denn in den vergangenen Jahren fielen mitunter Sätze für die Ewigkeit. Mehr

28.07.2016, 09:15 Uhr | Politik
Passanten-Umfrage Jüngste Gewalttaten beunruhigen viele Deutsche

Die offenbar islamistischen Anschläge in Ansbach und Würzburg, der Amoklauf in München sowie die jüngsten Gewalttaten in Frankreich: Eine Umfrage unter Passanten zeigt, dass viele Deutsche derzeit beunruhigt sind. Mehr

28.07.2016, 08:37 Uhr | Gesellschaft
Streit um Wagenknecht Sahra, es reicht!

Nach dem Attentat in Ansbach kritisierte die Fraktionschefin der Linken die Flüchtlingspolitik. Führende Linken-Politiker reagieren entsetzt. Sie fordern Wagenknechts Rücktritt – und eine Kursänderung der Partei. Mehr

27.07.2016, 21:25 Uhr | Politik
Bayrischer Innenminister Herrmann: Ansbach-Attentäter hatte direkt vor Anschlag Chat-Kontakt

Nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann hatte der 27-jährige Syrer unmittelbar vor der Tat Kontakt mit jemandem, der maßgeblich auf das Attentatsgeschehen Einfluss genommen habe. Mehr

27.07.2016, 16:39 Uhr | Politik
FDP-Politiker Verurteilter Bürgermeister will wieder ins Amt

Klaus-Dieter Hübner wurde wegen Korruption verurteilt. Nun ist er als Bürgermeister im brandenburgischen Guben wiedergewählt worden – und will die Wahl annehmen. Doch das ist nicht so einfach. Mehr Von Mechthild Küpper, Berlin

27.07.2016, 22:50 Uhr | Politik

Mehr Licht!

Von Reinhard Müller

Niemand will das Darknet verteufeln. Aber No-Go-Areas darf der Rechtsstaat im Netz so wenig akzeptieren wie im echten Leben Mehr 32 16

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden