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Leserdebatte Krieg im Kaukasus

 ·  Aus dem schwelenden Konflikt zwischen Georgien und Russland ist ein offener Krieg geworden. Moskau beantwortete die georgische Offensive in Südossetien mit Luftangriffen und der Entsendung von Bodentruppen. FAZ.NET-Leser haben die heiße Phase des Krieges kommentiert. Die Meinungen finden Sie hier.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (98)

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Alfred Martin Bucher
Alfred Bucher (alma_bu) - 10.08.2008 11:51 Uhr

Ich hab' da mal 'ne Frage:

Warum sitzt Saakaschwili eigentlich bei seinen Fernsehauftritten vor einer Europa-Fahne? Hab' ich da etwa was verpasst?

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Thomas Süße

@HannoMeissner

Anti-Amerikanismus? Wer hat die orangene Revoluation inszeniert in der Ukraine? wer hat den Tschetschenien-Konflikt inszeniert? Wer hat Irak angegriffen? Wer zertsört das Leben der irakischen bevölkerung? Wer bombt immer zuerst bevor er guckt wen er bomt? etc. USA!!! + GB! Das ist kein Anti-Amerikanismus. Die Amis sind eine der größten Schweine der Geschichte und wollen immer andere belehren was Sie zu tun haben und selber machen sie was sie wollen, speziell in Kriege anfangen und anzetteln. Sie sind einfach voll naiv und unwissend! Schauen Sie mal Russiatoday und Sie werden merken, dass die 'bösen' Russen viel offener mit Kritik umgehen und diese auch diskutieren und dagegen argumentieren. Die USA + Westen macht das nicht, die stellen immer nur eine Sichtweise dar und argumentieren dann diese.
(...)
Ich gebe mal 1 Bsp. In den USA ist 'Al-Jasira' quasi verboten (man hat die Kabelbetreiber 'gebeten'). Man will eben nicht, dass die Amis andere Meinungen aufnehmen, denn sonst wirkt die eigene Propaganda nicht so gut. Tolle Demokratie!!!

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Franz Müller
Franz Müller (Franzy) - 10.08.2008 11:06 Uhr

Lichterketten müssen her!

Sobald die USA in irgendwelche Scharmützel verstrickt werden, beeilen sich Linke, Kirchen und Umweltschützer hierzulande, an allen Straßenecken Lichterketten, Mahnwachen und dergleichen zu organisieren und die Medien bis zum Verdruss damit vollzuschlagen. Hier sind die USA jetzt mal nicht involviert, höchstens als Berater der Georgier, aber ohne eigene Soldaten, und es ist Krieg und was machen die Kirchen? Wo ist eigentlich die Bischöfin Käsmann jetzt, die sonst immer von Frieden schwafelt? Wo steckt die Jespen?*Daran merkt man, es handelt sich bei deren Auftritten immer nur um antiamerikanischen Aktionismus, ansonsten verstecken sie sich feige hinter dicken Kirchenmauern.

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Franz Holzinger

der da hat angefangen!

Das lässt sich gut mit einem typischen Streit beim Sandkastenspiel vergleichen. 16 Jähriger Sohn ... 16 J. Russland 3 Jähriger Sohn ... 3 J. Georgien 2 Jähriger Sohn .. 2 J Südossetien Mutter ... UNO 2 J zeigt 3 J die Zunge. 3 J zerstört den Sandhaufen, den der 16 J für den 2 J gebaut hat. Nun kommt der 16 J und zerstört die Burg des 3 J und er sagt zur Mutter, dass er sich hätte sofort gegen den 3 J. verteidigen müssen. Die Mutter weiß jetzt nicht, was sie tun soll. Aber sie will den 16 J. nicht stoppen, den 3 J. zu verhauen. Vielleicht verteidigt er sich ja nur. Der 16 J. versucht der Mutter zu erklären, wie brav er doch sei. Dann geht er hin und schlägt dem 3 J. gleich nochmals ins Gesicht. Auch der 3 J. schlägt auf den 16 J. ein. Die Mutter ist ratlos, wen von beiden sie nun als braven Jungen bezeichnen soll und ob sie sich in den Streit ihrer 3 Söhne einmischen solle. Am nächsten Tag ist der Streit wegen des zerstörten Sandhaufens (oder etwa wegen des Zeigens der Zunge?) noch nicht beendet. Sie versucht auf den 16 J einzureden, aber dieser ist fest entschlossen, dem 3 J. noch weiteres Leid zuzufügen. Schließlich hat der 3 J. vor einigen Tagen auch einige Spielsachen vom 18 J. Nachbarsjungen (USA) als Geschenk erhalten.

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Torsten Rhode

Timing...

Klar, Russland hat sein Interesse am Konflikt... wie Nato, EU und USA wohl auch. Klar, die Osseten haben bestimmt schon einmal geschossen vor dem 08.08.08. Demnach scheint es sogar legitim, hier einen Akt der Selbstverteidigung der Georgier zu konstruieren. Aber Diskussionen solcher Art, zur Ermittlung des Initiatiors des jetzigen Waffenganges, haben bis Dato noch zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt. Zu meiner Verwunderung ist noch niemand auf das Timing eingegangen. Derzeit hat die USA einen Praesidenten, der für harte Aussenpolitik einsteht und im Allgemeinen sehr konfliktbereit ist. Zudem zeigt er an der Region hohes Interesse. Dies koennte sich in naher Zukunft aendern, gemaess der Wahlumfragen in den USA. Die Chancen, das am Ende diesen Jahres die USA von einem Demokraten, mit weicherem Verstaendnis für Aussenpolitik und geringerer Konfliktbereitschaft, regiert wird stehen nicht so schlecht. Also... mal konstruiert: der jetzige Waffengang ist ein Show-Down, der nun endlich die Entscheidung in dem so alten Konflikt erzwingen soll. Für wen ist der 08.08.08 die bessere Wahl? Russland oder Georgien? Diese Frage zu durchleuchten, macht es einem vielleicht leichter den Initiator diesen Waffenganges ausfindig zumachen.

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Franz Holzinger

Scheinheiligkeit

Russland greift plötzlich zu Beginn der Olympischen Spiele Georgien an und gibt sich als Opfer einer Erniedrigung durch Georgien aus. Eigentlich wären sie ja so friedliebend, aber leider müssten sie sich sofort mit aller militärischer Macht gegen einen Zwerg verteidigen. Dabei haben sie geflissentlich übersehen, dass Ossetien nicht zu Russland gehört und dass sie auch die UNO völlig übergangen haben. Und jetzt reklamieren Sie die für sich, doch gut dabei zu handeln. Und Russland ist es völlig egal, ob die USA und die NATO gute Freunde Georgiens sind. Ganz im Gegenteil wollen sie gerade deshalb einen möglichst harten Krieg gegen Georgien haben. Russland muss ja nichts fürchten, einige NATO-Politiker schütteln doch in diesen Tagen Putin weiterhin freundlich die Hand. Es wäre an der Zeit, entweder sofort UNO-Sanktionen gegen Russland zu erheben oder die UNO sofort wegen Nichthandelns gegen das ständige Mitglied Russland aufzulösen. Solange Russland und China ein UNO-Vetorecht haben, ist auch die UNO völlig planlos gegen Missachtung des Völkerrechts.

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Albert Huber

Wetten dass,

dieser vordergründig durch Georgien provozierte Krieg auf Trixereien der US-Amerikaner zurückgeht?! Das georgische Volk hat sich den falschen "Freunden" anvertraut. Demmnächst könnte es heissen: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff". Es wäre nicht das erste Mal.

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Mark Hauer
Mark Hauer (marki71) - 10.08.2008 04:07 Uhr

Fakt ist...

Georgien hat mit RM-70 Raketenwerfern eine Stadt mit 30.000 Einwohnern dem Erdboden gleich gemacht. In wenigen Stunden starben 1500 russische Zivilisten. Das erinnert von seiner Zerstörungskraft in der Fläche an Stalingrad und diente nur zur Auslöschung einer Stadt. Russland musste militärisch genauso intervenieren wie die NATO gegen die Serben im Balkan-Krieg. Saakaschwili gehört nach Den Haag

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Teoman Bressel
Teoman Bressel (Bressel) - 10.08.2008 03:17 Uhr

Wer zieht Russland zur Rechenschaft?

Sehr geehrter Herr Uebel, es ist nicht gleichgültig, wer den Krieg begonnen hat oder wer Schuld hat. Sie möchten betonen, daß Krieg etwas Schlechtes ist? Dies ist nicht mehr als eine Tautologie, die sie sich wirklich schenken können. Im konkreten, vorliegenden Fall geht es geht es um handfeste wirtschaftliche und politische Interessen eines mächtigen Landes, nämlich Russland. Die Soldaten m russischen Wladikawkas schlafen gerade friedlich, während in Georgien Angst und Chaos herrschen. Wozu wird ein Ort am Schwarzen Meer bombardiert, wenn es Russland darum geht, die Südosseten zu schützen? Wozu wird Gori bombardiert, ein Ort in Georgien, in dem ebenfalls Osseten leben? Weil es um mehr geht als die scheinheilige Befreiung einer Region, in der 70.000 Menschen leben. Es geht um viel Geld europäischer Verbraucher. Nicht der Krieg ist böse, sondern Mächtige, denen ein kurzes Muskelspiel und hohe Gaspreise mehr bedeuten als bisher knapp 2000 Tote. Es sind unschuldige Menschen ohne Vorwarnung getötet worden, und dafür muss sich Russland verantworten. Der Westen muß hier aus Prinzip handeln, und nicht, damit Europa mit billigerem Gas beliefert wird.

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Julius Franzot

Die Finger weglassen, wenn man sich nicht genau auskennt

Ich habe keine Ahnung, ob Russland oder Georgien recht hat. Ich finde es grundsätzlich falsch, politische Differenzen mit Massenmord zu lösen. Wenn so ein Missgeschick passiert, bin ich mit den Opfern solidarisch, werde mich gerne an Geldsammlungen für Hilfsmittel beteiligen, aber ein Eingreifen der NATO (ist ein defensives Bündnis, nicht die Nachfolgerorganisation der Achse Berlin-Rom-Tokyo!) würde ich aufs Schärfste verurteilen. Es handelt sich um keinen Bündnisfall und die Amis haben alle Kriege, die sie neulich angezettelt haben, schamvoll verloren und unschuldige Soldaten und Zivilisten ihrer Bündnispartner ermordern lassen. Ein Name für alle: Calipari. Ich verstehe, dass die Versuchung gross ist, das Wahlergebnis mit einem Blitzkrieg zu beeinflussen, aber hier riskiert man die Gottesdämmerung! Kriege in entfernten Gebieten sollten von den Amis nicht als Vorwand genommen werden, eigene Probleme, jetzt die subprime-crisis, zu Kosovo-Zeiten Frau Lewinskis Mundwerk, unter den Teppich zu kehren. Der Krieg 1939-1945 wurde auch angezettelt, um einem Anstreicher die Einhaltung seiner Wahlversprechen zu ermöglichen. Eingedenk dieser Tatsache, wäre hier eine Beteiligung der EU nur ein Verbrechen.

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Konstantin Schneider

Saakaschwili - ein Fall für Den Haag

Mit einem unglaublichen Täuschungsmanöver hat Michael Saakaschwili versucht, die westliche Welt auf seine Seite zu ziehen, in dem Irrglauben, dadurch könne er die Russen ich Schach halten. Mit seiner Behauptung, Georgien sei nur der Anfang, später würden auch die Baltischen Staaten ja sogar Polen das Schicksal erleiden, dem nun Georgien aufgrund der unfassbaren Dummheit seines Präsidenten ausgeliefert ist, hat sich Saakaschwili eindeutig für alle weiteren Aufgaben an der Spitze des georgischen Staates disqualifiziert. Auch wenn es schwerfallen mag, den Russen Recht zu geben, doch Saakaschwili ist seit Freitag, den 8. August 2008 tatsächlich ein Fall für Den Haag.

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Peter Szameitat
Peter Szameitat (MAKSAS) - 10.08.2008 02:41 Uhr

Wer hat begonnen?

Dies wird nicht zu klaeren sein. Die Wahrheit wird voellig anders aussehen. Die Wahrheit hat auch damit zu tun, wie die USA ihre Rolle in dieser Region auffassen und wie sie sie verkoerpern. Hat die US-Aussenministerin bei ihrem Besuch in Georgien kurz vor dem Ausbruch dieser Auseinandersetzungen eine Weisung oder gar Anweisung erteilt? Einiges spricht dafuer. Nun aber, wie Polen und die drei baltischen Staaten (Litauen, Lettland, Estland) zu behaupten, RU habe die plitisch rote Linie ueberschritten, ist anmahssend. Das RU daran gelegen ist an seinen Grenzen und in seinem Einflussgebiet eine Offensive entsprechend zu beantworten ist voellig legal, auch das RU eine weitere Einkreisung seines Landes durch die NATO abwehrt. Politisches Theater bringt wieder voellig andersartige Probleme. Moralpredigten und Vorverurteilungen gilt es unter allen Umstaenden zu vermeiden. Objektivitaet ist unabdingbar, von allen Beteiligten, damit es zu einem normalen Dialog kommt und am Verhandlungstisch eine Loesung gefunden werden kann. Eine Ausbreitung eines Flaechenbrandes auf eurasichem Boden, also Krieg, muss auch durch die EU verhindert werden. MAKSAS

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Kacha Macharadse

Kosovo: ein Präzedenzfall für Südossetien?

Nehmen wir an, Russland würde Unabhängigkeit Südossetiens anerkennen. Welche Folgen hätte dies für Russland? 1. Andere Staaten könnten Unabhängigkeit z.B. von Tschetschenien anerkennen. 2. Die Osseten träumen selbst von Großossetien. Mit welchem Argument würde sich Russland gegen die Unabhängigkeit des Nordossetiens wehren? Die Russen haben erkannt, dass der „Fall Kosovo“ eine Falle für die selbst darstellt. Die Lage vor dem gegenwärtigen Krieg entsprach den russischen Interessen. Der „Fall Kosovo“ diente nur zur Drohung: Es könnte noch schlimmer kommen, wenn irgendjemand versuchen sollte, eine Lösung des Konflikts zu finden. Sollte aber Georgien den Krieg gegen Russland verlieren, dann wäre das für Russland natürlich noch besser. 1. Der Konflikt bliebe ungelöst. 2. Der ossetische Traum von Großossetien wäre ausgeträumt. Die Hilflosigkeit ossetischer Milizen gegenüber georgischer Streitkräfte war eindeutig zu erkennen. Die Osseten würden, zumindest eine Zeitlang, die Russen als Beschützer akzeptieren und die Pläne der Eigenstaatlichkeit ruhen lassen. Vor allem, weil die Osseten auch im Nordkaukasus Feinde in Gestalt von Inguschen haben, deren einstige Territorien Nordossetien von Stalin geschenkt bekommen hat.

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TOBIAS RÜGER
TOBIAS RÜGER (t.ruger) - 10.08.2008 01:17 Uhr

Also wirklich, Vladislav Pereiaslavets (Ak_Viersieben), ...

"Georgien hat diesen Krieg angefangen"?! Das kleine Georgien greift das riesige Russland - auf dessen Gebiet bislang kein einziger Schuss gefallen ist - an?? Können Sie das logisch erklären?

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Alexandra Franke
Alexandra Franke (eknarf) - 10.08.2008 01:14 Uhr

Es ist nicht zu glauben!

Es ist einfach nicht zu glauben, nicht nur, dass diese Kriegshandlungen zum Beginn der olympischen Spiele ausbrechen, während deren Zeitraum die Waffen eigentlich schweigen sollten. (Ja, es ist leider zu einem idealistischen Bild verkommen.) Es ist zudem nur eine überflüssige Demonstration der Diskussions- und Verhandlungsunfähigkeit der Beteiligten, bei der mal wieder der größte Leidtragende die unschuldige Zivilbevölkerung ist. Georgien macht sich vollkommen unglaubwürdig in dem es zuerst mit einer Angriffsoffensive den Streit eskalieren lässt und nun plötzlich ganz kleinlaut zurück rudert: "Saakaschwili schlug am Mittag eine sofortige Feuerpause vor. Alle Konfliktparteien sollten die Kämpfe um Zchinwali einstellen und mit einer Entmilitarisierung beginnen, sagte der Präsident in Tiflis." Ebenso wenig ist die überaus brutale Machtdemonstration Russlands nach zu vollziehen. Hier ist nicht das Ziel den Konflikt lösen zu können, sondern sich gegenseitig den schwarzen Peter zu zu schieben. Der Konflikt wird noch lange auf seine Lösung warten.

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Hanno Meissner

@Vladislav Pereiaslavets: wahren Grund genannt

Im Grunde haben Sie mit der Art Ihres Beitrags schon gesagt, worum es Russland unter anderem geht. Alle Argumente für das russische Verhalten in Georgien sind vorgeschoben ("russische Bürger") und auch strategische Überlegungen sind nur ein, wenn auch wichtiger Teilgrund. Letztendlich geht es auch um den russischen Seelenfrieden, der durch die Westausrichtung Georgiens, viel stärker aber noch der Ukraine (immerhin war die Kiewer Rus das russische Kernland) arg strapaziert wurde. Russland fühlt sich gedemütigt, ob zurecht oder zu Unrecht möchte ich nicht beurteilen. Aber diese Tatsache stellt, wie man sieht, ein reales politisches Problem dar. Russland ist aber sehr schlecht beraten, sich von derartigen Gefühlen leiten zu lassen, denn 1. verspielt man momentan die Herzen der Georgier endgültig, die als altes christliches Volk eigentlich von Haus aus kein Gegner des christlichen Russland sind, und 2. Russland letztlich sein eigenes südliches Territorium auf diesem Weg unnötig stabilisiert. Ein westliches Georgien wäre sicher nicht der schlechteste Nachbar für Russland, auch als Nato-Mitglied nicht. Oder wird Russland gegenwärtig an der estnischen Grenze bedroht? Wer weiß, was Russland im Kaukasus nun in Zukunft noch alles blüht!

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Frank Garbe

Herr Bressel... Teil 2

Das sich Russland von Georgien nicht auf der Nase herumtanzen lässt, hätte man in Georgien wissen müssen. Unter dem besonderen Spannungsbogen mit Blick auf Georgiens Ambitionen NATO-Mitglied zu werden und den russichen Befürchtungen deshalb, hätte man hier zusätzlich Sorge tragen müssen. Und was auch immer die USA oder sonst wer Georgien versprochen oder zugesichert haben mag, man hätte sich bewusst sein müssen, daß sich weder NATO, die USA oder die EU einen bewaffneten Konflikt leisten werden. Doch offenbar hatte man hier gehofft, die Welt vor vollendete Tatsachen zu stellen und falls es schief geht, werden die westlichen Freunde schon helfen. Übrigens ist die georgische Offensive auch keine Erfindung Russlands, sondern diese wurde von Saakaschwili bekannt gegeben. Und noch mal: Wer sich verteidigt und keinen Konflikt mit Russland beschießt Städte nicht mit Raketenwerfern oder greift russische Soldaten an und tötet sie dabei.

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Christiane Möller

Gori wird von Russen bombardiert - Treppenwitz der Weltgeschichte

Vor einigen Jahren war ich in Gori, dem Geburtsort des Georgiers Dschugaschwili alias Stalin. Im Geburtshaus Stalins hatten die Georgier ein Museum eingerichtet, erinnert wurde nicht an den Schlächter und Massenmörder, sondern den großen Staatsmann. Ob die russischen Bomben das Museum zerstört haben? Übrigens sind die Osseten nicht Georgier "mit russischen Pässen", sondern eine eigene ethnische Gruppe, die momentan in zwei Ländern leben - eben in Südossetien (Georgien) und in Nordossetien (Russland). Ein geteiltes Land.

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Frank Garbe

Herr Bressel... Teil 1

...die georgische Politik im Konflikt mit Abchasien und Südossetien war noch nie von langem Vorrausdenken geprägt. Bei der Auflösung der UdSSR setzte man damals die Grenzen von 1921 wieder in Kraft, demnach war Abchasien eine unabhängige Republik. Dem stimmte Georgien ausdrücklich zu - um dann wenige Monate in Abchasien einzumarschieren. Das Ergebnis war eine vernichtende Niederlage für die georgische Armee. Dies nutzten die Südosseten um ihrerseits die lange erwünschte Unabhängigkeit wiederherzustellen. Nun verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich selbst halte sämtliche separatistischen Tendenzen auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR bzw. des Warschauer Vertrags für äusserst gefährlich und mit Blick auf die Größe dieser "Staaten" für aberwitzig, dennoch verurteile ich die Vorgehensweise Georgiens in diesem Konflikt. Die Schnelligkeit mit der hier georgische Angriffstruppen bereitstanden, widerspricht sämtlichen Erklärungen man verteidige sich nur. Gerade mit Blick auf den gleichzeitigen Konflikt mit Abchasien, kann Georgien solche Truppen nicht mal eben zusammenziehen. Es stellt sich in der Tat die Frage was sich Saakaschwili oder seine Militärs bei dieser Aktion eigentlich dachten....(siehe Teil 2)

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Kacha Macharadse

Russische Wirtschaftsinteressen im Kaukasus

Seit Anfang der 90er Jahre war es das erklärte Ziel der Gazprom keine Gasexporte aus Zentralasien (vor allem aus Turkmenien, aus Kasachstan und in Zukunft auch aus dem Iran) nach Westeuropa in Umgehung des eigenen Pipelinenetzes zuzulassen. Eine Pipeline, die die gasreichen Länder über Aserbaidschan-Georgien-schwarzes Meer-Ukraine mit den Gasabnehmern verbindet wäre ein Alptraum für Russland. In diesem Falle entstünde ein Wettbewerb unter Gaslieferanten und die Gaspreise würden fallen. Um dies nicht zuzulassen, war eine instabile politische Lage im Kaukasus notwendig. Die Initialzündung für die Konflikte war der Plan Michail Gorbatschows ende der 80er Jahre die autonomen Republiken und die autonomen Bezirke, die ein Teil einiger sowjetischen Republiken darstellten, in deren Rechten mit den Letzteren gleichzusetzen. Dies war übrigens auch der politische Dolchstoss für die Sowjetunion. Allein aus der Sowjetrepublik Russische Föderation würden dadurch mehrere Dutzend gleichberechtigte Republiken innerhalb der Sowjetunion entstehen. Für die nationalen politischen Eliten der 15 Sowjetrepubliken war dies natürlich inakzeptabel. Russland hat es bislang verstanden durch diese Initialzündung entfachte Konflikte nicht erlöschen zu lassen.

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Hollandes Hand

Von Günther Nonnenmacher

Die Bundesregierung sollte sich klar darüber sein, was genau es bedeutet, wenn sie zur Krisenbewältigung „mehr Europa“ fordert. Mehr 1 9