29.05.2008 · Zu den Berichten über Burma: Schon das erste Toben des Zyklons hat nach externen Schätzungen bis zu 100 000 Tote gefordert. Ein tropischer Wirbelsturm erreicht zwar innerhalb seines Systems Windgeschwindigkeiten von durchaus zweihundert ...
Zu den Berichten über Burma: Schon das erste Toben des Zyklons hat nach externen Schätzungen bis zu 100 000 Tote gefordert. Ein tropischer Wirbelsturm erreicht zwar innerhalb seines Systems Windgeschwindigkeiten von durchaus zweihundert bis zweihundertfünfzig Kilometern pro Stunde, bewegt sich aber als Gesamtsystem nur mit etwa dreißig bis siebzig Kilometern pro Stunde vorwärts. Überall in der Welt werden diese Stürme daher vom Entstehen bis zum eventuellen Auftreffen auf Land aufmerksam verfolgt, so dass in allen zivilisierten Ländern Vorwarnzeiten von drei bis vier Tagen möglich sind. Die Militärs in Burma müssen die drohende Gefahr für die Bewohner der Küstenregion gesehen haben; trotzdem gab es offensichtlich keine Vorwarnung oder Evakuierungsversuche. Genauso wie jetzt keine Maßnahmen zugelassen werden, die den Überlebenden internationale Hilfe bringen könnten. Wie soll man denn ein derartiges Verhalten der Verantwortlichen qualifizieren? Ganz einfach: Dies ist Völkermord durch Unterlassen von gebotener Hilfeleistung. Ein Fall für eine militärische Intervention der Staatengemeinschaft beziehungsweise des internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.
Dr. Karl Stecher, Wiesbaden