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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Leitglosse Verdrängt

 ·  Dt. Fast so erschreckend wie das Ereignis von Mügeln selbst sind die ritualisierten Reaktionen darauf. Während Ministerpräsident Althaus die Ostdeutschen vor Pauschalurteilen in Schutz nimmt, fürchtet Ministerpräsident Milbradt um "ökonomische Schäden" für sein Land.

Artikel Lesermeinungen (3)

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Dorothea Böhm

Gruppenfremdbetreuung - Stress - Hirnentwicklung

Dem Autor des Kommentars vielen Dank für den Mut zu einer unbequemen Wahrheit. Auch Herr Pfeiffer hatte recht, und mittlerweile gibt es für ihn Unterstützung durch neueste Forschungsergebnisse: Kleinkinder werden - messbar - durch zu frühe Gruppenfremdbetreuung erhöhten Stresshormonleveln unterworfen, was zu Beeinträchtigung der Hirnentwicklung und nachfolgend zu erhöhter Impulsivität, d.h. zu erhöhter Aggressivität, Stressanfälligkeit und Selbststeuerungsproblematik führt.

Das hat nichts mit (Ex-)Sozialismus zu tun, sondern mit dem Irrweg des Kleinkinderkrippenwesens. Für alle die, die sich empören, wenn der Osten pauschal bezichtigt wird, ist Besserung in Sicht: Die neuen Bundesländer werden nicht mehr lange am Pranger stehen, der Westen schickt sich gerade an, gleichzuziehen. Frau von der Leyen ist mit voller Energie dabei, durch den Ausbau der Kleinkindertagesstätten dafür zu sorgen, dass sich solche Dinge auch im Westen häufen werden. Offenbar sind manche unfähig, aus den Fehlern anderer zu lernen. Schade.

Aber wehe, es kommt in 20 Jahren einer an und behauptet, man hätte das nicht wissen können.

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Susanne von Puttkamer

Klarsichtig und mutig!

Ganz und gar nicht vernebelt, sondern klarsichtig und vor allem mutig ist dieser Beitrag. Wie der Autor zu Recht sagt: das Thema Krippen-/Kollektiverziehung und die langfristigen Folgen für eine Gesellschaft sind ein heißes Eisen, das niemand gerne anfasst.
Das Schlimme ist, dass sich die Folgen in die nächsten Generationen fortsetzen werden. Wer selber als Kind nicht sicher gebunden aufwuchs, wird seinen eigenen Kindern keine sichere Bindung und damit keinen inneren Halt geben können.
Junge Mütter, nicht nur aus dem vielzitierten "asozialen" Milieu, auch Studierende, können es nicht abwarten, bis ihre Kinder mit 1 Jahr "endlich" in die Krippe kommen, Zweifel an der Richtigkeit dieses Weges kommen nicht auf. Warum auch, es wird doch tagtäglich von einer konzertierten Aktion aus Politikern, Medien und "Wissenschaftlern" das Gegenteil verkündet, diejenigen, die zaghaft zu widersprechen wagen, ereilt der wissenschaftliche Tod oder das mitleidige Kopfschütteln des persönlichen Umfeldes.

Hoffentlich trägt auch dieser Beitrag in der FAZ dazu bei, endlich die Scheuklappen abzulegen und das Thema ehrlich anzugehen. Damit wenigstens die nächste Generation von Kindern bei besser informierten Eltern aufwachsen kann.

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Thomas Bez
Thomas Bez (thbez) - 23.08.2007 11:28 Uhr

Vernebelt

Es liegt mir fern, die DDR-Krippen zu verteidigen. Wer aber die Schuld für Ausschreitungen (egal ob rechtsextrem motiviert oder "einfach nur so") auf die Krippenerziehung in der DDR zurückführt, sollte einmal nachrechnen, seit wann es die DDR nicht mehr gibt und wie alt die gewalttätige Klientel im Schnitt ist.

Wer die Zustände im Land mit der Erziehung in Krippen erklärt, will nur die Hirne vernebeln oder ist selbst vernebelt.

Der wirtschaftliche und, schlimmer noch, auch der kulturelle Verfall in Deutschland schreiten rasend voran. Was heute noch statistisch häufiger im sogenannten Dunkeldeutschland geschieht, wird in fünfzehn Jahren auch mit seiner ganzen Brutalität in den noch saturierten Regionen des Westens angekommen sein. Der Markt wird's nicht richten - im Gegenteil.

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