25.05.2009 · Hungernde Bäuerinnen vor dem Kanzleramt scheinen die Kanzlerin daran erinnert zu haben, dass die Landwirte einmal sichere Unionswähler waren. Nun sollen Prämien schneller fließen und der Diesel für die Bauern billiger werden. Ihr Schicksal aber bleibt die Milch.
Von Berthold KohlerWer den einen gibt, muss sich nicht wundern, dass auch die anderen ihre Not entdecken. Nach den Bankern, Automobilmanagern und Kaufhauskönigen verlangen nun die deutschen Bauern Hilfe vom Staat.
Sie hat der Zusammenbruch der Nachfrage nach Butter, Käse und Fleisch auf den Weltmärkten infolge der Wirtschaftskrise oft viel härter getroffen als jene, die schuld an der Misere sind. Das Überangebot insbesondere an Milch treibt die Preise unbarmherzig nach unten und einen Bauernhof nach dem anderen in den Ruin. Die EU aber hat in besseren Zeiten mit Zustimmung Berlins und Münchens beschlossen, die Begrenzungen der Milcherzeugung stufenweise aufzuheben.
Die CSU bekam die Quittung dafür schon bei der Landtagswahl. Die hungernden Bäuerinnen vor dem Kanzleramt und die Traktoren an der Siegessäule scheinen aber auch die Bundeskanzlerin daran erinnert zu haben, dass die Landwirte einmal sichere Unionswähler waren. Nun also sollen Prämien schneller fließen und der Diesel für die Bauern billiger werden. Ihr Schicksal aber bleibt die Milch.
Alles Opfer, ein ganzes Land voller Opfer, Konzerne, Banken, Bauern
Christoph Anschütz (Anschuetz)
- 25.05.2009, 19:00 Uhr
Sachverstand
Volker Petersen (volkerpetersen)
- 26.05.2009, 13:34 Uhr
Bauern
Werner Neustock (altego)
- 26.05.2009, 18:38 Uhr