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Kurz vor EM-Spiel Justizminister treffen Timoschenkos Tochter

 ·  Wenige Stunden vor Beginn des EM-Vorrundenspiels der DFB-Auswahl gegen Holland im ukrainischen Charkiw, haben sich die deutschen Justizminister mit der Tochter der dort inhaftierten Julija Timoschenko getroffen.

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© dpa Jewgenija Timoschenko und Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP, r) an diesem Mittwoch in Wiesbaden

Die deutschen Justizminister haben sich zum Auftakt ihrer Jahreskonferenz in Wiesbaden mit der Tochter der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julija Timoschenko getroffen. Die 32 Jahre alte Jewgenija Timoschenko wurde von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und dem hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn (beide FDP) begrüßt. Das Treffen war bewusst wenige Stunden vor Beginn des EM-Vorrundenspiels Deutschland gegen Holland gelegt worden, das in Charkiw stattfindet, wo Julija Timoschenko inhaftiert ist. Die Justizministerkonferenz hat eine Erklärung verabschiedet, in der die Haft für die ehemalige Ministerpräsidentin als symbolisch für eine Vielzahl ähnlicher Fälle in der Ukraine bezeichnet wird.

Hahn lehnte einen Boykott der EM-Spiele nach der Vorrunde durch deutsche Politiker als „unklug“ ab, weil man dann „nicht dialogbereit“ sei.

Westerwelle: „Berlin erwartet fairen Prozess“

Auch Außenminister Westerwelle erinnerte am Mittwoch in Berlin aus Anlass des Spiels in Charkiw an das Schicksal Frau Timoschenkos und ihrer Mitstreiter, die zu Haftstrafen verurteilt wurden im Gefängnis erkrankt sind: „Ich wünsche mir, dass bei aller Begeisterung für das runde Leder das Schicksal der in Charkiw inhaftierten Julija Timoschenko und anderer in der Ukraine im Gefängnis einsitzender Oppositioneller nicht in Vergessenheit gerät“.

Die Ukraine solle wissen, dass Berlin einen fairen Prozess und eine angemessene medizinische Behandlung für Frau Timoschenko und andere erwarte.

Die grünen Europaabgeordneten Werner Schulz und Rebecca Harms, die Frau Timoschenko vor dem Spiel treffen wollten, mussten ihren Besuch absagen, weil ihr Flugzeug auf dem Weg in die Ukraine nach einem Blitzeinschlag nach Frankfurt umkehren musste. Sie wollen die Reise aber so bald wie möglich nachholen.

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