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Kundgebungen in vielen Städten : Deutschlandweit Proteste gegen Islamfeinde

  • Aktualisiert am

„München ist bunt“: Demonstranten am Montag in der bayerischen Hauptstadt Bild: dpa

München, Hannover, Leipzig, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Saarbrücken, Schwerin - insgesamt rund 100.000 Menschen sind in deutschen Städten auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Pegida zu setzen. Mancherorts wird der Marsch der Islamfeinde ausgebremst.

          Zehntausende Menschen haben am Montag in mehreren Städten gegen das
          Anti-Islam-Bündnis Pegida demonstriert. Allein in München beteiligten sich 20.000 Menschen am Abend an einer Demonstration unter dem Motto „München ist bunt“. „Wir stehen auf gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt“, sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Kundgebung.

          Die Anschläge auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Frankreich seien nicht nur Anschläge auf die Meinungsfreiheit gewesen, sagte Reiter. „Es waren auch Anschläge auf eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der Christen, Juden, Muslime und Nicht-Religiöse jeden Tag gemeinsam und friedlich ihr Leben leben.“ Alle müssten für diese Werte einstehen.

          Auf Transparenten der Teilnehmer war unter anderem zu lesen: „Freiheit und Toleranz statt Hass und Terror“ sowie „Lasst unsere Moslems in Ruhe!“ Einige Demonstranten hielten selbst gebastelte Bleistifte als Zeichen der Pressefreiheit in die Höhe.

          In Hannover demonstrierten mehr als 17.000 Menschen gegen Pegida und für Toleranz und Religionsfreiheit. Ihnen gegenüber standen bei der Kundgebung der islamfeindlichen Bewegung rund 150 Anhänger. Sie wurden von Gegen-Demonstranten am Rande des Rotlicht-Viertels ausgebremst. „Wir können sagen, wir sind das Volk“, sagte Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) bei der zentralen Gegenveranstaltung. Damit sende Niedersachsen „ein klares Signal“ an alle Pegida-Anhänger: „Wir lassen uns nicht spalten. Nicht in Hannover, nicht in Niedersachsen, nicht in Deutschland.“

          In Leipzig versammelten sich nach Polizeiangaben rund 30.000 Menschen gegen den ersten Aufmarsch von Legida. 2500 Menschen nahmen an einem Gebet in der überfüllten Leipziger Nikolaikirche teil. Wie viele Teilnehmer der Legida-Aufzug hatte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Beobachter schätzen ihre Zahl auf 2000 bis 3000.

          In Dresden folgten dem Aufruf des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ zunächst einige hundert Menschen. Bereits am Samstag hatten in Dresden 35.000 Menschen für Weltoffenheit und Toleranz demonstriert.

          Etwa 9000 Menschen gingen in Saarbrücken aus Protest gegen Pegida auf die Straße, darunter das gesamte saarländische Kabinett. Anlass war der erste Aufruf von Saargida, dem saarländischen Pegida-Ableger, an dessen Aufzug sich nach Polizeiangaben lediglich 200 bis 300 Menschen beteiligten. Zu Beginn der Gegendemonstration legten die Teilnehmer eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris ein.

          „Eine bessere Welt möge folgen“

          Unter dem Motto „Liberté, Égalité, Fraternité! - Hamburg steht auf für Freiheit und Demokratie!“ demonstrierten rund 4000 Menschen der Hamburger Innenstadt. Die Redner, etwa Integrationsstaatsministerin Aydan Özoguz (SPD), Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit sowie Vertreter der Glaubensgemeinschaften, gingen auch mit der islamkritischen Pegida-Bewegung hart ins Gericht. Außerdem zeigten sie sich solidarisch mit der „Hamburger Morgenpost“, auf die am Wochenende ein Brandanschlag verübt worden war. Das Blatt hatte Karikaturen des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ nachgedruckt.

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