Home
http://www.faz.net/-gpf-qh04
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kritik aus der WASG „Dann hätte ich ja gleich in die PDS eintreten können“

10.06.2005 ·  In Nordrhein-Westfalen formieren sich innerhalb der WASG Gegner einer Fusion mit der PDS für die Bundestagswahl. Vom Bundesvorstand forderten die Kritiker, die Basis in einer Urabstimmung entscheiden zu lassen.

Artikel Lesermeinungen (0)

Der Widerstand an der Basis der WASG gegen ein vom Bundesvorstand befürwortetes Zusammengehen mit der PDS bei der bevorstehenden Bundestagswahl wird stärker. Bei einem Treffen von Gegnern einer solchen Zusammenarbeit am späten Freitag abend in Leverkusen sprachen sich Vertreter von 20 nordrhein-westfälischen Kreisverbänden Kreisverbänden der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) gegen einen gemeinsamen Auftritt mit der PDS aus.

In dem mit rund 2.000 Mitgliedern stärksten Landesverband der neuen Linkspartei sei die Mehrheit gegen ein wie immer geartetes Zusammengehen mit der PDS, erklärte Matthias Fiege vom Bonner Kreisverband. Vom Bundesvorstand forderten die Kritiker in einer Erklärung, die Basis in einer Urabstimmung entscheiden zu lassen. Peter Löwisch, Vorstandsmitglied im WASG-Kreisverband Köln, dem stärksten an Rhein und Ruhr, erklärte, eine Zusammenarbeit mit der PDS sei auf diese Art nicht möglich. „Ich weigere mich, einen Wahlkampf für die PDS zu führen. Dann hätte ich ja gleich in die PDS eintreten können“, sagte Löwisch unter starkem Beifall der Anwesenden.

Ferner forderten viele Teilnehmer des Treffens „den Rücktritt zumindest eines Teils des WASG-Bundesvorstands“. Franjo Schiller vom Kreisverband Mönchengladbach sagte: „Wir sind hier im Auftrag unserer Wähler, die uns im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf zu 99 Prozent aufgefordert haben, nicht mit der PDS zusammen zu gehen.“ Landesweit hatte die erst im Januar gegründete neue linke Partei 2,2 Prozent der Wählerstimmen erzielt.

Eine große Mehrheit der Kritiker sprach sich auch gegen einen WASG-Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine in Nordrhein-Westfalen aus. Sie hielten dem Ex-SPD-Chef vor, sich nicht schon im Landtagswahlkampf für die WASG stark gemacht zu haben.

Detlev Bolz, einer der Initiatoren des Treffens, vertrat die Auffassung, bundesweit würden sicherlich 40 bis 50 Prozent der WASG-Mitglieder gegen eine Zusammenarbeit mit der PDS stimmen. Nach seinen Worten will der Landesverband Hamburg am Wochenende eine Abstimmung vornehmen. In den meisten Landesverbänden gebe es eine ablehnende Haltung, erklärte Bolz. „Die Mehrheit hat mehr als nur Zahnschmerzen damit. Die will eine Zusammenarbeit nicht mitmachen“, sagte WASG-Funktionär aus dem Kreisverband Neuss. In seinem Kreisverband betrage der Anteil der Fusionsgegner 90 Prozent und im Kreisverband Mönchengladbach 80 Prozent.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 3 7