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Kritik an Merkel Immer noch fremd

08.03.2009 ·  Immer zahlreicher werden die Stimmen in der CDU, die der Vorsitzenden kritische Fragen stellen. Die Summe der Kritiker und die Summe der Vorwürfe müssen Angela Merkel zu denken geben.

Von Eckart Lohse
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Immer zahlreicher werden die Stimmen in der CDU, die sich um Konturen und Werte der Partei sorgen und der Vorsitzenden kritische Fragen stellen. Jeden Einzelfall kann sich die Kanzlerin schönreden. Die Landesvorsitzenden von Berlin und Bremen? Die bringen doch die Vorsitzende nicht zum Wanken. Der brandenburgische Innenminister Schönbohm? Ist am Ende seiner politischen Karriere. Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger? Sagt ja nur die Selbstverständlichkeit, dass Frau Merkel im August kräftig CDU-Wahlkampf machen soll.

Doch erstens muss die Summe der Kritiker Angela Merkel zu denken geben und zweitens aber die Summe der Vorwürfe. Dass in der jetzigen Krise manches ordnungspolitische Prinzip über Bord geht, verstehen auch die härtesten Wirtschaftsliberalen in der CDU.

Kritik am Papst wird Merkel verübelt

Schwieriger wird es schon beim Streit über Erika Steinbach. Da hätten sich viele Unionspolitiker gewünscht, dass Frau Merkel die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen deutlich in Schutz genommen hätte gegen die Vorwürfe aus Polen und der SPD, ganz gleich wie später über einen Sitz von Frau Steinbach im Beirat des geplanten Vertriebenen-Zentrums entschieden würde.

Doch am meisten verübeln viele CDU-Mitglieder ihrer protestantischen Vorsitzenden deren Kritik am Papst. Auch diejenigen, die den jüngsten Umgang des Vatikans mit der Pius-Bruderschaft als unglücklich empfinden, sind geradezu empört über die nassforsche Art, wie „ihre“ Kanzlerin die Grenzen übertreten und das Oberhaupt der katholischen Kirche getadelt hat.

Hier, mehr noch als im Fall Steinbach, tritt für viele Mitglieder der westdeutsch-katholischen CDU jene auch nach bald zehn Jahren Parteivorsitz noch nicht überwundene Fremdheit gegenüber Angela Merkel mit aller Wucht zutage.

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Jahrgang 1963, Leiter des Büros der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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