02.08.2001 · Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat den bosnisch-serbischen General Radislav Krstic wegen Völkermords im Bosnienkrieg zu 46 Jahren Haft verurteilt.
Sechs Jahre nach den Massakern bei der Einnahme von Srebrenica hat das UN-Kriegsverbrechertribunal das Vorgehen der bosnischen Serben als Völkermord bezeichnet.
Die Feststellung wurde im Urteil gegen General Radislav Krstic getroffen, der Befehlshaber der bosnisch-serbischen Truppen bei der Einnahme der überwiegend von Moslems bewohnten Stadt war. Krstic wurde zu 46 Jahren Gefängnis verurteilt. „Sie waren dort, General Krstic“, sagte Richter Almiro Rodrigues . „Sie waren da, als tausende bosnischer Moslems ermordet wurden.“ Die Entscheidung am Donnerstag war die erste, in der das internationale Gericht auf Völkermord im bosnischen Krieg erkannte.
Die bosnisch-serbischen Truppen haben in Srebrenica bis zu 8000 Moslems im kampffähigen Alter getötet, hieß es in dem Urteil. Sie hätten wissen müssen, was Völkermord sei und dass Massaker und Vertreibung zur Zerstörung der moslemischen Bevölkerung der Region führen würden.
Srebrenica hatte den Status einer UN-Schutzzone, als bosnisch-serbische Truppen die Stadt im Juli 1995 angriffen. 30.000 moslemische Flüchtlinge hatten die Zuflucht gesucht. Krstic ist der bislang ranghöchste bosnisch-serbische Offizier, der sich vor dem Tribunal verantworten musste.