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Kriegsverbrechen Kriegsverbrecher Mladic weiter auf der Flucht

22.02.2006 ·  Der Verbleib des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic war am Mittwoch morgen weiter unklar. Die serbische Regierung und die Chefanklägerin beim UN-Kriegsverbrechertribunal hatten Berichte über seine Festnahme am Abend zuvor dementiert.

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Der frühere General der bosnischen Serben, Ratko Mladic, befindet sich nach Angaben des Haager UN-Kriegsverbrechertribunals weiter auf der Flucht. Die Berichte über Verhandlungen der serbischen Regierung mit dem international Gesuchten seien unzutreffend, erklärte Chefanklägerin Carla del Ponte am Mittwoch vor Journalisten in der niederländischen Hauptstadt. Zuvor war aus Sicherheitskreisen in Belgrad verlautet, die Regierung führe Gespräche mit Mladic, die auf dessen Kapitulation abzielten.

Noch am Mittwoch morgen herrschte über das Schicksal Mladic' weiter Unklarheit. Mehrere serbische und bosnisch-serbische Tageszeitungen hatten übereinstimmend berichtet, der frühere Kommandeur der bosnischen Serben befinde sich nach jahrelanger Flucht an einem sicheren Ort und verhandle mit der Regierung darüber, sich zu ergeben.

Die amtliche serbische Nachrichtenagentur Tanjug hatte am Dienstag sogar die Festnahme Mladics gemeldet, was die Regierung in Belgrad aber umgehend dementiert hatte. Schon am Dienstag abend hatte auh eine Sprecherin del Pontes Berichte über eine Festnahme Mladics zurückgewiesen. „Wir dementieren formell die Festnahme von Mladic“, sagte die Sprecherin del Pontes der Nachrichtenagentur AFP. „Unseres Wissens läuft noch nicht einmal ein Einsatz zu seiner Festnahme.“

Verantwortlich für Massaker von Srebrenica

Mladic wird für das Massaker von Srebrenica und andere Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. In der UN-Schutzzone wurden im Juli 1995 etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen von bosnisch-serbischen Truppen getötet. (Siehe auch: Das Werk des Kriegsverbrechers Ratko Mladic)

Ein Sprecher des serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica wies die Informationen über eine Festnahme Mladics als „Manipulation“ zurück. Es handele sich um einen Versuch, die Bemühungen der Regierung um eine Festnahme des Gesuchten zu boykottieren, sagte Srdjan Djuric. Ein Berater Kostunicas hatte im Lauf des Tages erklärt, Mladic werde „bald“ gefaßt werden. Die Regierung bemühe sich, ihn zur freiwilligen Kapitulation zu bewegen.

Druck auf serbische Regierung wächst

Die serbische Regierung steht unter wachsendem Druck, Mladic aufzuspüren und an das UN-Tribunal in Den Haag zu überstellen. Die Europäische Union hat Belgrad mit dem Abbruch der Gespräche über engere Beziehungen gedroht, sollte der Exgeneral nicht bis Ende des Monats gefaßt sein. Auch die Sprecherin des Den Haager Tribunals forderte die Regierung in Belgrad am Dienstag abermals auf, Mladic festzunehmen.

Der Druck auf die Belgrader Führung hat sich zudem erhöht, nachdem Anfang Dezember der ebenfalls als Kriegsverbrecher gesuchte kroatische General Ante Gotovina auf den Kanaren festgenommen wurde. Derzeit sind noch sechs vor dem Haager UN-Tribunal angeklagte Serben auf der Flucht.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, Reuters, AFP
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