21.12.2009 · Die Sprengung des sowjetischen Kriegerdenkmals in der georgischen Stadt Kutaisi war eine unnötige Provokation mit tragischen Folgen. Solche Versuche, Moskau zu ärgern, kann der Kreml dankend propagandistisch verwerten.
Von Reinhard VeserDie Sprengung des sowjetischen Kriegerdenkmals in der georgischen Stadt Kutaisi war eine unnötige Provokation mit tragischen Folgen. Der Fall liegt anders als bei der Versetzung eines sowjetischen Kriegerdenkmals aus dem Zentrum der estnischen Hauptstadt Tallinn an den Stadtrand im Frühjahr 2007, der zu einer ernsthaften Krise zwischen Estland und Russland führte.
Damals hatte die estnische Regierung darauf reagiert, dass vom Kreml unterstützte Demonstranten sich immer wieder in Sowjetuniformen an dem Denkmal postierten und von den Esten verlangten, die brutale Okkupation ihres Landes durch die Sowjetunion nach 1945 als „Befreiung“ zu sehen.
Das Denkmal wurde nicht zerstört, sondern erhielt einen würdigen Platz auf einem Ehrenfriedhof. Das Denkmal in Kutaisi dagegen galt den etwa 300 000 Georgiern, die im Zweiten Weltkrieg als sowjetische Soldaten gefallen sind. Die Begründung, man brauche den Platz für das neue Parlament, ist fadenscheinig - die Zerstörung sieht aus wie ein kindischer Versuch, Moskau zu ärgern, das solche Vorlagen propagandistisch dankend verwertet.