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Krawalle in Frankreich Auch Notstandsmaßnahmen bringen Frankreich keine Ruhe

12.11.2005 ·  Auch in der Nacht auf Samstag brannten in vielen Vorstädten Frankreichs die Autos. Vor dem Länderspiel gegen Deutschland herrscht in Paris höchste Alarmstufe. Das Stadion liegt in einem von Unruhen erschüttertem Vorort.

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Trotz Notstandsmaßnahmen und erhöhter Wachsamkeit der Polizei geht in Frankreich die Zahl der Auto-Brandstiftungen nur langsam zurück. Insgesamt 384 Fahrzeuge seien in der Nacht zum Samstag in Flammen aufgegangen, teilte die französische Polizei in einer vorläufigen Morgenbilanz mit. In der Vornacht waren es bis zur selben Stunde 395 brennende Autos gewesen. 162 Personen wurden von der Polizei in der 16. Unruhenacht in Folge festgenommen, in der Vergleichszeit der Vornacht waren 168 Festnahmen gezählt worden.

Die Hauptstadt Paris richtet sich auf ein Wochenende mit Versammlungsverbot und weiterhin massiver Polizeipräsenz ein. Für die Zeit von 10.00 Uhr am Samstag bis zum Sonntag um 08.00 Uhr hat der Pariser Polizeipräfekt Pierre Mutz Zusammenkünfte untersagt, die zu Unruhen führen könnten. Der öffentliche Nahverkehr und besonders die Vorortzüge nach Paris sollen besonders überwacht werden. Hintergrund sind Aufrufe zu Krawallen am Wochenende in der bisher von Randale weitgehend verschonten Stadt.

Notstandsrecht, aber kein allgemeines Versammlungsverbot

Nach dem von der Regierung eingesetzten Notstandsrecht stehen Zusammenrottungen unter Strafe. Erlassen wurde damit allerdings kein allgemeines Versammlungsverbot, denn eine Demonstration gegen die Notstandsmaßnahmen am Samstag in Paris wurde nach den Angaben der Organisatoren erlaubt. Bilden sich aber Randalierer-Gruppen, kann der Einzelne mit bis zu zwei Monaten Haft und 3750 Euro Geldstrafe belegt werden. Etwa 2000 Polizisten sollten die „Vorsichtsmaßnahme“ durchsetzen.

Für das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich am Abend im Pariser Stade de France wurden die Sicherheitsvorkehrungen nicht zusätzlich erhöht. Der Klassiker war vom Französischen Fußball-Verband (FFF) ohnehin schon in die höchste Sicherheitskategorie eingestuft worden. Das Stadion liegt im Vorort Saint-Denis, der in den vergangenen zwei Wochen von Unruhen erschüttert wurde. In unmittelbarer Umgebung der Arena war es jedoch ruhig geblieben.

Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Mißhandler

Gegen fünf Polizisten, die einen Festgenommenen vor laufender Kamera mißhandelt oder dabei zugesehen haben sollen, wurden am Freitag abend offiziell Ermittlungsverfahren eröffnet. In mehreren französischen Städten gab es Märsche und Kundgebungen gegen die Gewalt, die sich am 27. Oktober an dem Unfalltod zweier Jugendlicher bei Paris entzündet hatte. Die beiden Jugendlichen wähnten sich von der Polizei verfolgt.

In der südfranzösischen Stadt Carpentras schleuderten Unbekannte am Freitag abend zwei Brandsätze auf eine Moschee. Nach Angaben der Präfektur in Avignon entstand bei dem Anschlag während des Freitagsgebets leichter Sachschaden am äußeren Eingangsbereich. Staatspräsident Jacques Chirac und Innenminister Nicolas Sarkozy verurteilten den Anschlag mit scharfen Worten. Ob ein Zusammenhang zu den Unruhen im übrigen Land bestand, war unklar.

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