Home
http://www.faz.net/-gpf-74tyt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Korruptionsindex Griechenland auf letztem Platz in der EU

Nach Einschätzung von Transparency International ist in keinem Land der EU die Korruption so verbreitet wie in Griechenland. Deutschland kommt auf Platz neun. Am besten schneiden weltweit Dänemark, Finnland und Neuseeland ab.

© dapd Vergrößern Mit nur 36 von 100 Punkten ist Griechenland das Schlusslicht im Korruptionsindex

Die Eurokrisenländer Griechenland und Italien unternehmen nach einer Untersuchung von Transparency International nicht genügend gegen Korruption. Im diesjährigen Korruptionswahrnehmungsindex erhielt Griechenland nur 36 von 100 möglichen Punkten, wie Transparency International am Mittwoch in Berlin mitteilte. Damit teilt es sich mit Ländern wie Kolumbien oder Dschibuti den 94. von insgesamt 174 Plätzen und ist das am schlechtesten bewertete EU-Land.

Italien kam mit 42 Punkten auf Platz 72 und war damit in puncto Korruptionsbekämpfung auf dem gleichen Stand wie Bosnien-Herzegowina. Besser schnitten die ebenfalls besonders unter der Eurokrise leidenden Länder Spanien und Portugal ab. Spanien belegt mit 65 Punkten Platz 30, Portugal liegt mit 63 Punkten auf Rang 33. Transparency International forderte Europa auf, Korruptionsrisiken zu verringern, um die Eurokrise zu bekämpfen.

Deutschland wurde mit 79 Punkten bewertet und belegte damit Rang 13. „Die Regierungen müssen Anti-Korruptions-Maßnahmen bei allen staatlichen Entscheidungsprozessen einbeziehen“, forderte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle.  Besonders wichtig seien bessere Regeln für Lobby-Arbeit und Parteienfinanzierung sowie die Offenlegung staatlicher Ausgaben und Auftragsvergaben. Der diesjährige Index zeige, dass „Gesellschaften weiter einen hohen Preis für Korruption bezahlen“, kritisierte Labelle.

Den ersten Platz auf der Rangliste teilten sich mit jeweils 90 Punkten Dänemark, Finnland und Neuseeland. Zu der guten Bewertung ihrer Korruptionsbekämpfung trügen der gute Zugang zu Informationen und klare Regeln für öffentliche Amtsträger bei, hieß es. Den letzten Platz belegten mit jeweils nur acht Punkten Afghanistan, Nordkorea und Somalia. Auch nach dem Arabischen Frühling ist Korruption der Untersuchung zufolge in der Region weiter ein Problem. So erhielt Ägypten nur 32 Punkte für seine Korruptionsbekämpfung und belegte damit den 118. Platz. Tunesien landete mit 41 Punkten auf Platz 75, Jemen mit 23 Punkten auf Rang 156.

Transparency erstellt den Korruptionswahrnehmungsindex einmal im Jahr. Grundlage sind unter anderem Daten der Weltbank und des Weltwirtschaftsforums. Da die einbezogenen Quellen und auch die Zahl der Staaten differieren, ist die Rangfolge von Jahr zu Jahr nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/AFP/Reuters/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Deutschlandweite Bildungsstudie Hessen etwas schlauer als im Vorjahr

Hessen Schüler und Studenten haben sich bei einem deutschlandweiten Bildungstest verbessert. Im Vergleich der Bildungssysteme landeten sie dieses Jahr auf Platz sieben - nach wie vor nur Mittelfeld. Mehr

19.08.2014, 11:00 Uhr | Rhein-Main
Wasserspringen Hausding ist doch schlagbar

Silber nach dreimal Gold: Wasserspringer Patrick Hausding muss sich bei der EM in Berlin vom Drei-Meter-Brett mit Partner Stephan Feck ausnahmsweise geschlagen geben. Mehr

22.08.2014, 17:01 Uhr | Sport
Schwimm-EM in Berlin Biedermann-Staffel holt Gold

Gold für die Freistil-Staffel um Paul Biedermann, Silber für Rückenschwimmer Christian Diener: Die deutschen Beckenschwimmer trumpfen bei der Heim-EM stark auf. Bronze bejubelt Turmspringer Sascha Klein, Silber geht an ein Synchron-Duo. Mehr

23.08.2014, 18:10 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.12.2012, 07:09 Uhr

Tillichs Verdienst

Von Daniel Deckers

Der Wahlsieg der CDU ist keine Überraschung. Ministerpräsident Tillich hat Sachsen zum Vorbild gemacht. Ansonsten bleibt für die großen Parteien alles wie gehabt. Mehr 36 11

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden