08.11.2006 · Zum ersten Mal seit zwölf Jahren stellen die Demokraten in mindestens 28 der 50 Einzelstaaten wieder die Mehrheit der Gouverneure. Massachusetts wird mit Deval Patrick erstmals von einem schwarzen Gouverneur geführt.
Zum ersten Mal seit zwölf Jahren stellen die Demokraten wieder die Mehrheit der Gouverneure. Mindestens 28 der 50 Einzelstaaten werden künftig von einem demokratischen Gouverneur regiert. Mit Deval Patrick wird Massachusetts außerdem erstmals von einem schwarzen Gouverneur geführt. Der Jurist und Geschäftsmann, der in der ersten Amtszeit von Präsident Bill Clinton im Justizministerium die Abteilung für Bürgerrechte leitete, ist erst der zweite bei Wahlen siegreiche schwarze Kandidat für das Gouverneursamt in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Bei diesen Wahlen hatten sich außerdem zwei schwarze Republikaner in Ohio und in Pennsylvania um das Gouverneursamt beworben. In beiden Bundesstaaten gewannen jedoch Demokraten: in Ohio Ted Strickland, der bislang dem Repräsentantenhaus in Washington angehörte, und in Pennsylvania der Amtsinhaber Ed Rendell.
Schwarzenegger erwartungsgemäß wiedergewählt
Den Sieg trugen die demokratischen Bewerber um das Gouverneursamt auch in den Bundesstaaten New York, Colorado, Arkansas und Maryland davon. In New York wird der bisherige Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer, der aufgrund seiner Anklagen gegen Unternehmen aus der Finanzwelt bekannt wurde, erwartungsgemäß den republikanischen Gouverneur George Pataki ablösen. In Colorado, wo die Mehrheit der Wähler bei den letzten Präsidentschaftswahlen jeweils den republikanischen Kandidaten unterstützte, setzte sich der Bezirksstaatsanwalt Bill Ritter durch. In Bill Clintons Heimatstaat Arkansas werden die Demokraten mit Generalstaatsanwalt Mike Beebe das erste Mal seit 1992 wieder den Gouverneur stellen.
Einige der größten und wichtigsten Bundesstaaten, Florida, Texas und Kalifornien, werden aber auch künftig von republikanischen Gouverneuren regiert. In Kalifornien wurde Arnold Schwarzenegger erwartungsgemäß mit großem Vorsprung wiedergewählt. Der frühere Hollywood-Schauspieler hatte im Wahlkampf Distanz zu Präsident Bush gehalten und das Weiße Haus unter anderem für seine Klimapolitik kritisiert.
„Quer durchs Land“
Bushs Heimatstaat Texas wird weiterhin von dem bisherigen republikanischen Gouverneur Rick Perry regiert. In Florida wird auf Jeb Bush, dessen Amtszeit abgelaufen ist, der Republikaner und bisherige Generalstaatsanwalt Charlie Crist folgen. Alaska wird künftig von einer Republikanerin regiert, von Sarah Palin, die über die Jahre verschiedene politische Ämter innehatte und sich bei den Vorwahlen gegen den unpopulären republikanischen Gouverneur Frank Murkowski durchsetzte. Insgesamt fanden in 36 Bundesstaaten Gouverneurswahlen statt, davon wurde in zehn Einzelstaaten ein neuer Gouverneur gewählt, da die Amtsinhaber aufgrund begrenzter Amtszeiten, freiwilliger Amtsaufgabe oder Niederlagen in den Vorwahlen nicht wieder antraten. Bis zum Wahltag wurden 28 Bundesstaaten von Republikanern und 22 von Demokraten regiert.
Durch die Siege bei den Gouverneurswahlen werde die Demokratische Partei „mehr zu einer nationalen Partei“, die nicht mehr nur im Nordosten und in Kalifornien, sondern „quer durchs Land“ Siege verbuchen könne, sagte der wiedergewählte demokratische Gouverneur Bill Richardson aus New Mexico, ein möglicher Präsidentschaftsbewerber für 2008. Da die Einzelstaaten Plattformen für die Präsidentschaftswahlen sind, spielt es eine wichtige Rolle, welcher Partei der jeweilige Gouverneur angehört.