Home
http://www.faz.net/-gpf-780oh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kongo UN-Sicherheitsrat beschließt offensive Eingreiftruppe

Im Kampf gegen Rebellengruppen in Kongo hat der UN-Sicherheitsrat erstmals die Bildung eines offensiven Kampfverbandes als Teil eines Blaumhelm-Einsatzes gebilligt.

© dapd Vergrößern Der UN-Sicherheitsrat in New York

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe für die Demokratische Republik Kongo beschlossen. Die Truppe solle im Osten des Landes „bewaffnete Gruppen ausschalten“, heißt es in der am Donnerstag beschlossenen Resolution. Der Sicherheitsrat verurteilte darin scharf „die fortgesetzte Präsenz der Rebellenbewegung M23 in der unmittelbaren Umgebung von Goma“ und fordert alle Gruppen auf, ihre Waffen niederzulegen.

Geplant ist die Entsendung von gut 3000 Soldaten aus Südafrika, Tansania und Malawi. Die neuen UN-Einheiten sollen im Rahmen des im Februar in Addis Abeba beschlossenen Friedensabkommens für die Demokratische Republik Kongo agieren. Sie werden der UN-Mission für den Kongo (Monusco) unterstellt und sollen in der ostkongolesischen Stadt Goma stationiert werden. Der Sicherheitsrat hatte in der Vergangenheit bereits die sich verschlechternde humanitäre und Sicherheitslage in der Region kritisiert.

Außergewöhnliche Maßnahme

Die Eingreiftruppe soll nach dem Wunsch des UN-Sicherheitsrates  allein oder zusammen mit kongolesischen Truppen „gezielte Offensiv-Einsätze“ vornehmen. Im Resolutionstext wird betont, dass es sich bei der Bildung des Verbandes um eine außergewöhnliche Maßnahme handle, die keinen Präzedenzfall schaffe. Die insgesamt 20.000 Soldaten der Monusco kämpfen im Osten Kongos gegen Aufständische.

Im Februar hatten elf afrikanische Staaten und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon als Garant am Sitz der Afrikanischen Union in Addis Abeba ein Rahmenabkommen zur Befriedung des Ostens der Demokratischen Republik Kongo verabschiedet. Auch Ruanda und Uganda zählen zu den Unterzeichnerstaaten. UN-Experten werfen beiden Ländern jedoch vor, die M23 zu unterstützen. Die Rebellenbewegung hatte im vergangenen Jahr einen Aufstand gegen die Regierung der Demokratischen Republik Kongo begonnen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte am Donnerstag die Hoffnung, die neue Eingreiftruppe biete einen neuen Ansatz, „um die tiefliegenden Ursachen der Instabilität im Osten der Demokratischen Republik Kongo anzugehen“. Der rohstoffreiche Staat ist etwa so groß wie Westeuropa.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nahost-Konflikt Zahl der Toten im Gazastreifen steigt auf über 300

Durch einen israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind in der Nacht mehrere Menschen getötet worden. Seit Beginn der Offensive starben damit wohl mehr als 300 Palästinenser. Mehr

19.07.2014, 05:36 Uhr | Politik
Nahost-Konflikt Netanjahu droht mit Ausweitung der Bodenoffensive

Ministerpräsident Netanjahu hat angeordnet, dass sich die israelische Armee darauf vorbereitet, die Bodenoffensive im Gazastreifen auszuweiten. Bisher war von einer „begrenzten Operation“ gegen die Hamas die Rede. Mehr

18.07.2014, 11:32 Uhr | Politik
Trotz internationaler Appelle Gewalt im Nahen Osten hält ungebremst an

Auch, wenn Amerika nun humanitäre Hilfe für den Gazastreifen gibt: Der Konflikt hat schon mehr als 500 Menschenleben gefordert und droht noch blutiger zu werden. Israels Offensive gegen militante Palästinenser entwickelt sich zum verlustreichen Häuserkampf. Mehr

21.07.2014, 23:45 Uhr | Politik

Listenreich

Von Albert Schäffer

Eine Ministerin ist keine Frau ohne Vergangenheit. Die Beteiligung an dem sonderbaren Geschäftsmodell ihres Mannes zeugt von einer Bereitschaft Christine Haderthauers, sich über Grenzen hinwegzusetzen. Mehr 3 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden