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Kommentar zu Ben Alis Rücktritt Flucht des Diktators

 ·  Tunesien schreibt Geschichte. Staatspräsident Ben Ali gibt unter dem Druck der Straße auf. Es werden Erinnerungen an Teheran 1978/79 wach. Einst war Ben Ali als Hoffnungsträger angetreten. Doch in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit machte er das Land zu einem Gefängnis und einem Totenhaus.

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Dieter Weber

"Es werden Erinnerungen an Teheran 1978/79 wach"

So ein Blödsinn! Es gibt in Tunesien keine starke islamistisch-fundamentalistische Opposition mit einer charismatischen Führerfigur wie Chomeini. Es handelt sich um einen sozial motivierten Volksaufstand, wie wir sie in den kommenden Jahren & Jahrzehnten wohl wieder des Öfteren in allen Teilen der Welt erleben werden.

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malte maltensen

so, so

"Ben Ali war einmal als Hoffnungsträger angetreten. ...In den ersten Jahren war Ben Ali auch erfolgreich. Er dämmte die Integristen ein und verhalf dem kleinen, stark vom Tourismus anhängigen Tunesien zu Stabilität und wirtschaftlichem Fortschritt."
so, so, Ben Ali war mal ein Hoffnungsträger, weil er die Integristen (islamisch geprägten Parteien) eindämmte. Fragt sich nur für wen? Jedenfalls nicht für die Anhänger der Integristen, die es ja in Tunesien gab und gibt und die von Ben Ali grausam verfolgt wurden. Über diese Verfolgung war doch bis vor kurzen kaum etwas in den Medien zu lesen - was auch für die FAZ gilt. Es wurde mal vielleicht so nebenbei erwähnt, aber die Empörung darüber hielt sich sehr in Grenzen. Ganz zu schweigen von der Politik. Hier spricht der Kommentar von einem "gewissen Verständnis". Dieses Verständnis war wohl eher eine offene Unterstützung, die in 2008 zum Beispiel mit der Assoziierung Tunesiens mit der EU stattfand. Aber sicher haben die Politiker hinter den Kulissen mächtig gegen die Diktatur gearbeitet. Wäre natürlcih verwegen, daraus zu schließen, daß ein westlich orientierter "Autokrat" wohl gelitten ist und so manche Empörung über solche in anderen Ländern eher geheuchelt.

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Emmanuel Declerq

Ein Hinweis @ Bingel

An sich sind die Nachrichten toll dennoch darf man skeptisch sein, was am Ende aus dieser Revolution entsteht. Dennoch klingt Ihre Frage, warum die Araber solange brauchen, um ihre Tyrannen loszuwerden wie ein schlechter Scherz, vor allem wenn man auf die eigene Geschichte blickt und feststellt, dass z.B. wir in Deutschland in keinem einzigen Fall der Geschichte es geschafft haben. Die französische Revolution brauchte auch länger als 23 Jahre bis das Königtum abgeschafft wurde. Franco in Spanien war auch länger an der Macht, und und und. In ihrer Frage spürt man eine implizite Geringschätzung der Araber, was durchaus vorkommen kann, wenn man sich wenig auskennt. Iran z.B. ist kein arabisches Land, weder ethnisch, noch sprachlich.
mit freundlichen Grüßen.

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Peter Herbeck M.A.

Der Vergleich mit Teheran hinkt !

Das Bildungsbürgertum welches sich in Tunesien in diesen Tagen vor westlichen Kameras äußerte und Exilanten in Paris lassen diesen Schluß nicht zu. Es ist nur die große Frage wie die vom System geprägten Kräfte, die dieses mitgetragen haben, den Übergang zur Demokratie schaffen oder ob sie ihn schaffen wollen. Von islamischen Fundametalisten sehe ich an dieser Stelle keine direkte Gefahr, da die Bürger des Landes eine ganz andere Bildungsstruktur im Verhältnis zu Ägypten, der Türkei und dem Iran vorweisen und daher diese Gruppierung nicht den Zulauf haben wird. Die begleitende Rolle von Frankreich wird an dieser Stelle entscheidend sein, das Land ist zu sehr schon europäisch geprägt und dies liegt nicht an den Touristen, wohlbemerkt.

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Hans Faber
Hans Faber (FaberH) - 15.01.2011 08:54 Uhr

Wie sich die Bilder gleichen?

Herr Lerch bemüht den Vergleich mit der persischen Revolution, hoffentlich nicht als Signal der Hoffnung. Denn was daraus folgte, ist inzwischen Allgemeinwissen. Als vor ca. 20 Jahren auch durch Algerien der gleiche "Wind of Change" wehte, blies er ebenso die Islamisten nach oben. Dem demokratischen Votum setze das Militär ein Ende und der Westen übte sich in der üblichen Heuchelei: Demokratisierung ja, aber wenn die falschen Kräfte am Aufstieg gehindert werden, wird geflissentlich geschwiegen. Wer weiß, vielleicht endet das tunesische Drama auf die gleiche Weise. Insofern sollte sich Frau Clinton gut überlegen, ob ihre Wunschträume in den Regimen der islamischen Staaten Wirklichkeit werden.

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