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Kommentar : Wiedersehen am Brandenburger Tor

Ein Akt der transatlantischen Nächstenliebe: Obama kommt zum Kirchentag.

          Irgendwie kommt einem da Roberto Blancos Satz in den Sinn, geäußert auf einem CSU-Parteitag: „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten.“ Doch geht es hier um einen Evangelischen Kirchentag, also um ein Ereignis, das bunter kaum sein könnte. Zudem heißen die Schwarzen heute Afroamerikaner.

          Und schließlich gehört Merkel ganz gewiss nicht zum Schwarzen Block der CDU. Dennoch wird Obama zu Christi Himmelfahrt vermutlich nicht nur nach Berlin kommen, weil er schon immer einmal einen schrägen Schal vor dem Brandenburger Tor tragen wollte. Es steckt auch etwas Politik in dieser Geste der transatlantischen Nächstenliebe. Das liberale Amerika ernannte Merkel nach Trumps Wahlsieg zur Anführerin der freien Welt.

          Da ist es das Mindeste, dass Obama ihr mit ein paar schönen Fotos im Wahlkampf hilft; die CDU hat anders als die SPD ja keinen eigenen Messias. Obama aber haben die Deutschen schon einmal angebetet, wenn auch nur an der Siegessäule. Doch wie es sich unter Christenmenschen gehört, ist der schwierige Anfang zwischen Merkel und Obama längst vergeben und vergessen.

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