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Kommentar Sternenstaub

15.01.2006 ·  Die Landung der Rückkehrkapsel der amerikanischen Raumsonde Stardust mag nicht besonders beeindruckend erscheinen. Aber die an Höhepunkten reiche Raumfahrt bringt sie einen erheblichen Schritt weiter.

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Die Landung der Rückkehrkapsel der amerikanischen Raumsonde Stardust, die rund ein Milligramm Staub vom Kometen Wild2 und aus dem interplanetaren Raum enthielt, in der Wüste von Utah mag nicht besonders beeindruckend erscheinen, zumal sie wenig spektakulär in frühmorgendlicher Dunkelheit erfolgte. Aber die an Höhepunkten sowieso schon reiche Raumfahrt bringt sie einen erheblichen Schritt weiter. Es ist das erste Mal, daß ein von Menschen geschaffenes Objekt intakt aus dem Bereich der Planeten jenseits der Umlaufbahn des Mondes zur Erde zurückgekehrt ist. Ein Versuch mit der Rückkehrkapsel der Raumsonde Genesis war im Oktober 2004 gescheitert.

Erst mit Hilfe der Raumfahrt haben sich die Forscher ein klares Bild vom Sonnensystem mit seinen Planeten und Monden, den Kleinplaneten und den Kometen machen können. Alle Planeten - außer dem Pluto, zu dem eine Raumsonde in den kommenden Tagen aufbrechen soll - sowie einige der anderen Himmelskörper wurden aus der Nähe erkundet, auf manchen sind sogar stationäre Instrumententräger sowie Rover gelandet. Für ein wirklich gutes Verständnis des Sonnensystems muß man aber Material von den Objekten in gut ausgerüsteten irdischen Labors analysieren, und das war bislang nur mit Mondgestein möglich - sieht man von einigen wenigen Marsmeteoriten ab. Besonders erfreulich ist, daß deutsche Forscher jetzt an der genauen Untersuchung des Staubs aus dem Sonnensystem beteiligt sind. Es zeigt, daß die deutsche Forschung zum Teil durchaus Weltniveau hat. Sonst würden die Amerikaner nicht Wissenschaftler aus Münster, Frankfurt am Main oder Mainz schon in der Frühphase der Analysen an das Material heranlassen.

Für die Raumfahrttechniker bedeutet die Landung der Kapsel unter anderem einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu bemannten Marsflügen, auch wenn diese noch nicht gleich morgen oder übermorgen erfolgen. Im Prinzip ist es zwar gleichgültig, ob eine Kapsel (wie bei den Apollo-Flügen) vom Mond oder von einem Kometen oder Planeten zurückkehrt. Aber das Risiko, nach Jahren im interplanetaren Raum den schmalen Landekorridor in der Erdatmosphäre zu verfehlen, ist für bemannte Flüge zu hoch, wenn man das Verfahren nicht perfekt beherrscht.

Quelle: G.P., F.A.Z., 16.01.2006 / Seite 1
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