Home
http://www.faz.net/-gpf-vu6y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Schrille Töne vor der Nahost-Konferenz

26.11.2007 ·  Es ist der amerikanischen Regierung gelungen, zahlreiche arabische Länder zur Teilnahme an der Nahost-Konferenz zu bewegen. Das verleiht den Kompromissen, die Palästinenser-Präsident Abbas wird eingehen müssen, Legitimität. Und sie stärkt die Koalition gegen Iran.

Von Klaus-Dieter Frankenberger
Artikel Lesermeinungen (0)

Die schrillen Töne vor Beginn der Nahost-Konferenz aus dem Lager der militanten Palästinenser und aus Iran sind in doppelter Hinsicht erhellend (oder verräterisch).

Denn zum einen schließen die Gegner eines Ausgleichs offenbar die Möglichkeit nicht aus, dass in Annapolis ein Prozess in Gang gebracht wird, der zu einer belastbaren Übereinkunft führen kann. Also krakelen sie.

Koalition gegen Iran gestärkt

Zum anderen sehen die radikalen Kräfte, dass die hegemoniale Ambition Teherans kein Selbstläufer ist, bei dem die anderen Golf-Anrainer Spalier stehen und applaudieren. Es ist der amerikanischen Regierung immerhin gelungen, zahlreiche arabische Länder zur Teilnahme zu bewegen.

Dass darunter Saudi-Arabien ist, zu dem Amerika intensive wie komplizierte Beziehungen unterhält, empfindet Bush fast schon als ein Vorzeichen, dass „seine“ Anstrengungen Erfolg haben, regional zumindest gutgeheißen werden. Die Beteiligung so vieler arabischer Staaten verleiht den Kompromissen, die Palästinenser-Präsident Abbas wird eingehen müssen, Legitimität. Und sie stärkt die Koalition gegen Iran.

Quelle: F.A.Z., 26.11.2007, Nr. 275 / Seite 10
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

Jüngste Beiträge

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 3 7