26.11.2007 · Es ist der amerikanischen Regierung gelungen, zahlreiche arabische Länder zur Teilnahme an der Nahost-Konferenz zu bewegen. Das verleiht den Kompromissen, die Palästinenser-Präsident Abbas wird eingehen müssen, Legitimität. Und sie stärkt die Koalition gegen Iran.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerDie schrillen Töne vor Beginn der Nahost-Konferenz aus dem Lager der militanten Palästinenser und aus Iran sind in doppelter Hinsicht erhellend (oder verräterisch).
Denn zum einen schließen die Gegner eines Ausgleichs offenbar die Möglichkeit nicht aus, dass in Annapolis ein Prozess in Gang gebracht wird, der zu einer belastbaren Übereinkunft führen kann. Also krakelen sie.
Koalition gegen Iran gestärkt
Zum anderen sehen die radikalen Kräfte, dass die hegemoniale Ambition Teherans kein Selbstläufer ist, bei dem die anderen Golf-Anrainer Spalier stehen und applaudieren. Es ist der amerikanischen Regierung immerhin gelungen, zahlreiche arabische Länder zur Teilnahme zu bewegen.
Dass darunter Saudi-Arabien ist, zu dem Amerika intensive wie komplizierte Beziehungen unterhält, empfindet Bush fast schon als ein Vorzeichen, dass „seine“ Anstrengungen Erfolg haben, regional zumindest gutgeheißen werden. Die Beteiligung so vieler arabischer Staaten verleiht den Kompromissen, die Palästinenser-Präsident Abbas wird eingehen müssen, Legitimität. Und sie stärkt die Koalition gegen Iran.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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