09.01.2008 · Derselbe Gerhard Schröder, der nun mit Abscheu und Empörung über den hessischen Ministerpräsidenten herzieht, hatte sich selbst einst deutlich holzschnittartiger ausgedrückt. Auch Lafontaine sollte sich mit Kritik an Kochs politischer Einäugigkeit besser zurückhalten.
Von Stefan Dietrich„Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eines: raus, und zwar schnell." Das hat nicht Roland Koch gesagt, sondern ein niedersächsischer Ministerpräsident namens Schröder. Derselbe Schröder zieht heute mit Abscheu und Empörung über Ministerpräsident Koch her, der sich selbst im Wahlkampf deutlich weniger holzschnittartig ausdrückt als der Niedersachse.
Auch Schröders ehemaliger Parteifreund Lafontaine, der sich mit einer Bemerkung über „Fremdarbeiter, die Arbeitsplätze wegnehmen“, bei Rechtsextremisten beliebt machte, sollte sich mit Kritik an Kochs politischer Einäugigkeit besser zurückhalten.
Noch vor einem halben Jahr warnte Stephan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, vor „steigender Gewaltbereitschaft unter vielen muslimischen Jugendlichen gegenüber Juden". Sie sei vergleichbar mit der im rechtsextremistischen Lager. Dem Wahlkämpfer Koch, der dieses Phänomen zum Thema macht, wirft er nun vor, „Vorurteile gegen Ausländer zu schüren“. Allerdings hat jetzt auch gerade kein Überfall auf einen jüdischen Rentner stattgefunden.