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Kommentar : Salz in der AfD-Suppe

Die AfD tut sich verständlicherweise schwer mit einer Disziplinierung Björn Höckes. Denn er ist das Salz in ihrer Suppe. Doch national ist etwas anderes.

          Es ist klar, dass sich die AfD schwer tut mit einer Disziplinierung von Björn Höcke. Denn er gehört zu ihrer DNA. Anders gesagt: Ohne den Thüringer Landessprecher und Fraktionsvorsitzenden sowie ohne seine Anhänger wäre die AfD eine andere Partei. Zwar distanzieren sich Teile von Führung und Basis mit echter oder gespielter Empörung von Höcke.

          Aber das Salz in der Suppe der AfD sind Provokationen des angeblichen Establishments. Eine Partei, die sich in den parteipolitischen Grundkonsens einreiht, die sich nicht besonders abhebt, hat keine Aussicht auf Erfolg. Höcke ist auch – schon qua Amt – mitnichten ein Außenseiter. So will auch in Stuttgart die AfD-Landtagsfraktion Fördergelder für eine NS-Gedenkstätte streichen.

          Das ist natürlich für sich genommen nicht extremistisch, fügt sich aber in ein Gesamtbild von bewussten Tabubrüchen. Dafür gibt es einen Markt. „Nationalromantik“ (Gauland über Höcke) ist gewiss nicht verboten. Wohl aber Rassismus. Und wer allzu sehr mit Begriffen und Denkmustern aus den dreißiger Jahren spielt, der ist jedenfalls eines nicht: national.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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