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Kommentar : Rente in Gefahr

Vor allem die SPD tut sich mit Forderungen hervor, welche die ökonomische Tragfähigkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz des umlagefinanzierten Rentensystems auf mittlere Sicht massiv gefährden.

          Es ist eine politikwissenschaftliche Binse, dass Unterschiede in der politischen Beteiligung nicht ohne Einfluss auf die politischen Entscheidungen sind. Ein Musterfall dieser Funktionsweise von Demokratie ist die Rentenpolitik der großen Koalitionen der vergangenen Jahre.

          Nicht, dass gerade im Blick auf die Mütter massive strukturelle Ungerechtigkeiten zu korrigieren gewesen wären. Aber vor allem die Sozialdemokraten tun sich bis heute mit Forderungen hervor, welche die ökonomische Tragfähigkeit wie die gesellschaftliche Akzeptanz des umlagefinanzierten Rentensystems auf mittlere Sicht massiv gefährden.

          Die Unionsparteien setzen dem wenig entgegen, folgen doch auch sie in ihren Entscheidungen im Wesentlichen denen, die sie wählen. Das aber sind nun einmal überwiegend Bürger im fortgeschrittenen Lebensalter, also die aktuellen Rentenbezieher wie diejenigen, die bald Renten beziehen werden.

          Das alles ist kurzfristig höchst rational – erklärt aber auch, dass die sogenannten Volksparteien in den jüngeren Wählerkohorten mittlerweile, wenigstens zum Teil, unter ferner liefen rangieren.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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