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Kommentar Labile Lebensverhältnisse in Haiti

11.04.2008 ·  Wie an vielen anderen Orten der Welt hat der brutale Anstieg der Lebensmittelpreise in Haiti das Zeug, jeden Fortschritt im Kampf gegen Armut, Kriminalität und endemische Rechtlosigkeit zunichte zu machen. Es drohen neue Orgien der Gewalt.

Von Daniel Deckers
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Auch wenn die gewaltsamen Proteste in den Straßen der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince abgeflaut sind, sollte man sich keinen Illusionen hingeben: Zwei Jahre nach der Stationierung einer UN-Stabilisierungsmission ist der jahrhundertealte Teufelskreis aus Armut und Gewalt nicht durchbrochen.

Freilich genügte zuletzt nicht mehr nur ein kleiner Funken, um die Gewalt im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre eskalieren zu lassen. Ein bescheidener, aber immerhin sichtbarer Aufwuchs einheimischer Sicherheitskräfte ließ darauf hoffen, dass der Staat sein Gewaltmonopol mittelfristig gegenüber den zahllosen Banden durchsetzen könnte, die ganze Stadtviertel und Regionen terrorisieren. Doch wie an vielen anderen Orten der Welt hat der brutale Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel auch in Haiti das Zeug, jeden Fortschritt im Kampf gegen Armut, Kriminalität und endemische Rechtlosigkeit zunichte zu machen.

Gelingt es nicht, die Lebensverhältnisse der Bevölkerung zu verbessern, drohen neue Orgien der Gewalt.

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Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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