29.05.2003 · pen. Nordkorea hat nicht viel mehr als Rauschgift zu bieten, um an harte Devisen zu kommen. Ein paar andere Exportgüter sind nur noch modifizierte Scud-Raketen. Zweifelsfrei sind Nordkoreaner in den asiatisch-pazifischen Drogenhandel ...
pen. Nordkorea hat nicht viel mehr als Rauschgift zu bieten, um an harte Devisen zu kommen. Ein paar andere Exportgüter sind nur noch modifizierte Scud-Raketen. Zweifelsfrei sind Nordkoreaner in den asiatisch-pazifischen Drogenhandel verwickelt - das belegen die jüngsten Festnahmen vor der australischen Küste oder die Funde der taiwanischen und japanischen Küstenwacht. Vorsichtig aber bleiben die Amerikaner mit ihren Folgerungen, ob Nordkorea Drogen verkauft. Denn nicht bewiesen ist, ob die nordkoreanischen Dealer im Auftrag ihres maroden Staates, auf Geheiß des "geliebten Führers" Kim Jong-il handelten. Allerdings ist anzunehmen, daß im Einflußbereich des totalitären Machtapparats nichts geschehen kann, was nicht von ganz oben angeordnet oder zumindest billigend in Kauf genommen wird. Doch selbst wenn kriminelle Zellen oder autarke militärische Einheiten den Drogenhandel auf eigene Faust ausführen sollten, wäre dies ein Indiz dafür, wie sehr Nordkorea mit dem Rücken zur Wand steht. Pjöngjang wird an seinem Verhalten gemessen - und die Toleranz schwindet immer mehr.