http://www.faz.net/-gpf-8x3k2

Hinrichtung in Arkansas : Jetzt besser?

Die Haltbarkeit einer chemischen Substanz entscheidet über Leben oder Tod eines Menschen in Arkansas. Ein denkbar schwaches Argument für die Todesstrafe.

          Die Familie des Opfers habe 24 Jahre lang auf Gerechtigkeit gewartet, teilt die Generalstaatsanwältin des amerikanischen Bundesstaates Arkansas via Twitter mit. Was ist geschehen? Die Justiz hat einen Mann, der den Mord bestreitet, hingerichtet, weil das Haltbarkeitsdatum für einen Bestandteil des Giftcocktails ablief, der Todeskandidaten verabreicht wird. Und nun soll sich die Familie des Opfers besser fühlen?

          Schon die Begründung für die Hinrichtung ist abstoßend. Die Haltbarkeit einer chemischen Substanz entscheidet über Leben oder Tod eines Menschen, eines Menschen, dessen Schuld womöglich nicht über alle Zweifel erhaben ist? Rachegedanken sind bei Angehörigen von Verbrechensopfern naheliegend und nur allzu menschlich. Sind die jetzt befriedigt? Wohl kaum, denn Zeugen der Hinrichtung sagen, der mutmaßliche Täter habe nicht gelitten. Wozu also dieses Menschenopfer?

          Außerdem: Was wäre eigentlich gewesen, wenn die Giftsubstanz noch ein paar Jahre brauchbar geblieben wäre? Dann hätte vermutlich auch die pflichtbewusste Generalstaatsanwältin von Arkansas nichts dabei gefunden, dass die Familie des Opfers weiter auf „Gerechtigkeit“ hätte warten müssen. Wenn die Befürworter der Todesstrafe keine besseren Argumente als Haltbarkeitsdaten haben, sollten amerikanische Gerichte dem mörderischen Treiben möglichst schnell ein Ende bereiten.

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS
          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Hier geht’s zum Test.

          Mehr erfahren

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Briefwahl wird immer beliebter Video-Seite öffnen

          Stimme im Umschlag : Briefwahl wird immer beliebter

          Immer mehr Menschen entscheiden sich in Deutschland bei der Bundestagswahl per Brief abzustimmen. In Berlin hatte etwa jeder vierte Stimmberechtigte sechs Tage vor dem Urnengang Briefwahlunterlagen angefordert.

          Proteste gegen Polizeigewalt enden in Krawallen Video-Seite öffnen

          Ausschreitungen : Proteste gegen Polizeigewalt enden in Krawallen

          In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben Hunderte Menschen den dritten Tag in Folge gegen Polizeigewalt protestiert. Hintergrund der Kundgebungen ist der umstrittene Freispruch für einen weißen früheren Polizisten, der 2011 einen Afroamerikaner erschossen hatte

          Topmeldungen

          Trumps UN-Rede : Feurige Worte und tödliche Missverständnisse

          Donald Trump hebt die Bedeutung „souveräner Nationalstaaten“ hervor und teilt gegen Nordkorea aus. UN-Generalsekretär Guterres mahnt zur Einigkeit – mit einem Seitenhieb gegen den amerikanischen Präsidenten.
          Amerikas Außenminister Rex Tillerson

          Iran : Tillerson fordert Änderungen am Atomabkommen

          Der amerikanische Außenminister hält die Iran-Vereinbarung für nicht streng genug. In einem TV-Interview droht er: Sollte es keine Änderungen geben, würden sich die Vereinigten Staaten aus dem Pakt zurückziehen.
          Polizisten beobachten das Geschehen auf der Wiesn. Auch auf dem diesjährigen Oktoberfest kam es bereits zu sexuellen Übergriffen.

          Anstieg von Sexualstraftaten : Warnungen eines Wahlkämpfers

          Bayerns Innenminister Herrmann rühmt sich mit der hohen Sicherheit in seinem Bundesland. Die Zunahme der Sexualstraftaten – sowohl durch Deutsche als auch Ausländer – ist jedoch alarmierend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.