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Hinrichtung in Arkansas : Jetzt besser?

Die Haltbarkeit einer chemischen Substanz entscheidet über Leben oder Tod eines Menschen in Arkansas. Ein denkbar schwaches Argument für die Todesstrafe.

          Die Familie des Opfers habe 24 Jahre lang auf Gerechtigkeit gewartet, teilt die Generalstaatsanwältin des amerikanischen Bundesstaates Arkansas via Twitter mit. Was ist geschehen? Die Justiz hat einen Mann, der den Mord bestreitet, hingerichtet, weil das Haltbarkeitsdatum für einen Bestandteil des Giftcocktails ablief, der Todeskandidaten verabreicht wird. Und nun soll sich die Familie des Opfers besser fühlen?

          Schon die Begründung für die Hinrichtung ist abstoßend. Die Haltbarkeit einer chemischen Substanz entscheidet über Leben oder Tod eines Menschen, eines Menschen, dessen Schuld womöglich nicht über alle Zweifel erhaben ist? Rachegedanken sind bei Angehörigen von Verbrechensopfern naheliegend und nur allzu menschlich. Sind die jetzt befriedigt? Wohl kaum, denn Zeugen der Hinrichtung sagen, der mutmaßliche Täter habe nicht gelitten. Wozu also dieses Menschenopfer?

          Außerdem: Was wäre eigentlich gewesen, wenn die Giftsubstanz noch ein paar Jahre brauchbar geblieben wäre? Dann hätte vermutlich auch die pflichtbewusste Generalstaatsanwältin von Arkansas nichts dabei gefunden, dass die Familie des Opfers weiter auf „Gerechtigkeit“ hätte warten müssen. Wenn die Befürworter der Todesstrafe keine besseren Argumente als Haltbarkeitsdaten haben, sollten amerikanische Gerichte dem mörderischen Treiben möglichst schnell ein Ende bereiten.

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          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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