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Kommentar Herausforderungen nach dem Krieg

 ·  Trotz des Afghanistan-Abkommens: Der Weg zum Wiederaufbau ist steinig. Die Afghanen und der Westen sind gleichermaßen gefordert. Ein Kommentar.

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Der Krieg in Afghanistan ist noch nicht zu Ende, doch der Rahmen für einen politischen Neuanfang steht: Das Verdienst der Petersberg-Konferenz ist es, in nur neun Tagen ein umfassendes Abkommen vorgelegt zu haben. Wenn es umgesetzt wird, bietet es einmalige Chancen für das von Jahrzehnten des Krieges ausgezehrte Land. Eine Reihe von Unsicherheiten aber bleibt.

Das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen afghanischen Ethnien auszubalancieren wird eine Herausforderung für die gut zwei Jahre des Übergangs sein. Schon in der Laborsituation auf dem Petersberg war die Frage heikel. Das zeigten etwa Störmanöver des Nordallianz-Präsidenten Rabbani aus Kabul auf dem Weg zum Übergangsabkommen. Bei der Rückkehr nach Afghanistan werden die Delegierten weiter um einen Ausgleich zwischen den innerafghanischen Interessengruppen ringen müssen. Neid und Feindseligkeiten zwischen den Provinzfürsten wird es nicht nur bei der Verteilung von Posten und Aufgaben geben, sondern auch wenn es um die internationalen Hilfen für den Wiederaufbau geht.

Drogenanbau und Friedenstruppen

Dabei muss es den Geberländern ein Anliegen sein, für eine gerechte und ausreichende humanitäre und wirtschaftliche Unterstützung zu sorgen. Schon gibt es Meldungen, dass in den von der Nordallianz befreiten Gebieten der Anbau von Drogen wieder zugenommen hat, den die Taliban strikt verfolgt hatten. Das Geschäft mit Opium und Heroin ist eine traditionelle Einnahmequelle in weiten Bereichen Afghanistans. Die Wirksamkeit ihrer Hilfe wird die internationale Gemeinschaft auch daran messen können, ob es gelingt, die Drogenproduktion einzuschränken.

Eine wichtige Stütze des afghanischen Wiederaufbaus soll nach dem Willen der Vereinten Nationen eine internationale Friedenstruppe sein. Von ihrer Zusammensetzung und ihrem Auftreten wird es abhängen, ob sie in Afghanistan akzeptiert wird. Ihr Mandat muss, nicht nur auf dem Papier, die Unterstützung aller afghanischen Volksgruppen finden.

Reichen die Gemeinsamkeiten?

„Die schwere Arbeit beginnt erst jetzt“, sagte UN-Konferenzleiter Lakhdar Brahimi nach dem anstrengenden Verhandlungsmarathon. Noch sorgen die gemeinsamen Gegner, die Taliban und Usama bin Ladin, für Einigkeit in Afghanistan. Wie weit die Gemeinsamkeiten tatsächlich reichen, wird sich erst auf dem langen Weg hin zu einer zivilen Gesellschaft zeigen. Der Westen wird sich in den kommenden Jahren oft an seine Versprechen erinnern müssen, die den Afghanen in der Angst vor dem Terror gemacht wurden.

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