Home
http://www.faz.net/-gpf-74byv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Die Rundschau am Ende

 ·  Nicht nur der allgemeine Leserschwund, unter dem viele Zeitungen leiden, hat zum Ende der „Rundschau“ geführt. Das links-grüne Blatt hielt trotz schwindender Leserschaft zu lange am überregionalen Anspruch fest.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (20)
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Dietmar P. Schöner

FR Online - Ein Meilenstein

Ich habe die FR über den gesamten Oktober auf dem ipad gelesen. Das war in mancherlei Hinsicht wunderbar: Keine Druckerschwärze an den Fingern, keine unfein riechende Papierberge auf dem Frühstückstisch, von den nicht für Papier, Druck, Transport und Recycling vergeudeten Ressourcen ganz zu schweigen! Die Gestaltung finde ich sehr gut ans Medium angepasst, leicht lesbar, brillante Fotos und Grafiken, manches interaktiv, manches bewegt. Wieselflink das Ganze geladen und leicht zu manövrieren. Für mich ein wahrer Meilenstein zur digitalen Tageszeitung. Aber leider, leider, leider klang der links-grüne Tenor immer wieder durch. Objektive Berichterstattung gibt es zwar nicht - alleine die Auswahl eines Themas ist ja schon eine Meinungsäußerung an sich, aber die Plumpheit manches FR-Beitrages fand ich schon ein wenig anmaßend. Immerhin erstaunlich, dass der Verlag trotz der absehbaren Pleite das letzte, großartig gelungene Update finanziert hat. Ich wünsche mir ein objektiveres Weitermachen

Empfehlen
Axel Schäfer
Axel Schäfer (civil) - 14.11.2012 19:52 Uhr

Was ist mit guter Information

Gute wahrheitsgemäße Information ist für mich wichtiger als Meinungen, dann bietet eine Tageszeitung auch die Grundlage für die eigene Meinungsbildung. Sowas habe ich zuletzt hauptsächlich bei der FAZ festgestellt. Ich bin eher links eingestellt, daher bekunde ich hier meinen Respekt, was mein Bedauern über das Ende der FR etwas relativiert.
Was mich allerdings bei allen Onlineauftritten der Printmedien stört, ist der hölzerne Auftritt und die unflexiblen Bezahlangebote. Zum einen sind die kostenlosen Onlineangebote sehr löblich, aber mit einer nervtötenden Werbung erkauft. Ich fände es hier besser, wenn es eine werbefreie Einstiegsseite gäbe, die Kurzbeschreibungen der Artikel der Printausgabe enthält und ich über ein Konto mit einer einfachen Einkaufsmöglichkeit (ähnlich Amazon 1Click) z.B. die Onlineversion der Printausgabe für vielleicht 2€ und einzelne Teile für 0,50€ per Klick erwerben kann und eine monatliche Abrechnung per Mail erhalte.
Mfg

Empfehlen
Wolfgang Höfft

Was nicht F.A.Z. ist, ist Geschwätz?

Wenn die F.A.Z. aus dem Untergang der FR als „Basislektion“ „gelernt“ haben sollte, daß, „wer für guten Journalismus nicht gutes Geld ausgeben will, sich dem Kommerz und den Suchmaschinen ausliefert“, und daß „wenn die letzte anständige Zeitung verschwunden ist, nur noch das Geschwätz bleibt“, dann sind auch die Tage der F.A.Z. gezählt. Denn frei von „Geschwätz“ – um es à la F.A.Z. zu formulieren - ist auch die F.A.Z. nicht. Und gutes Geld garantiert noch keinen guten Journalismus.

Die F.A.Z. orientiert sich nämlich durchaus am Kommerz, indem sie schreibt, was „die Leser“ nach der Analyse der Redaktionskonferenz lesen wollen. Auch die F.A.Z. lebt davon, daß sie gekauft wird, und schreibt so, daß sie für ihre mutmaßlichen Käufer hinreichend attraktiv ist.

Daher führt auch in dieser Zeitung - meist - „die öffentliche Meinung“ die Feder der Redakteure.

Manch anspruchsvoller Gesichtspunkt, der den Segen der "political correctness" nicht findet, bleibt in der F.A.Z. unthematisiert.

Empfehlen
Jens Daniel

Ich bin schuld!

Ich habe noch mal nachgesehen. Vor 8 Jahren sind wir von der FR zur Süddeutschen gewechselt. Dem waren zwei quälende Jahre vorausgegangen, in denen wir an der Zeitung litten, aber uns doch nicht zum Wechsel entschließen konnten. Seit 1981 waren wir Abonnenten der FR gewesen, seit dem Studenten-Abo im ersten Semester. Die Ausgaben zur Abwahl Schmidts, zu Breschnews Tod, zur Challenger-Katastrophe und zu Tschernobyl habe ich heute noch zu Hause. Von August 1989 an habe ich ein ganzes Jahr lang die Ausgaben der FR zur Deutschen Einheit gesammelt und binden lassen. Sie liegen noch sperrig unter dem Sofa. Ab Ende der 90er fand ich die Zeitung immer langweiliger. Die Autoseite wurde durch eine Umweltseite ersetzt; auch sonst gab es langweilige Themenseiten. Der sozialökoliberale Tenor war etwas angestrengt und konnte über Mängel nicht hinwegtäuschen. Ehrlich: Der Wechsel im Abo zur SZ fühlte sich an wie Ehebruch. Ich werde das Telefongespräch mit der nachfragenden Abo-Stelle nicht vergessen.

Empfehlen
Peter Breuer

Wäre es doch eine Frankfurter Rundschau geblieben...

Die Frankfurter Rundschau ist nicht am Internet gestorben, sie ist ein Beispiel für eine Zeitung, die sich ihre eigenen Wurzeln abgeschnitten hat.

Sie war eine Tageszeitung, die deutschlandweit berichtete und dennoch den Stallgeruch des Brezel Benno der Frankfurter Altstadt in sich trug. Gestorben ist die Frankfurter Rundschau nicht am Internet, sondern an den vielen Versuchen, aus der heimatorientierten Deutschlandzeitung ein stromlinienförmiges Blatt zu machen. Das musste scheitern.

Nicht die nächste Zeitung, aber die übernächste oder überübernächste wird die ZEIT sein, die längst ihren spröden Charakter geopfert hat. Insofern glaube ich, dass die einzige Chance für Print eine Form von Heimat ist, die das Internet eben nicht bietet bzw. die noch keine adäquate Kulturform im Netz gefunden hat. Im Grunde glaube ich nur an Hardliner-Konzepte: Es ist wichtiger, von wenigen geliebt zu werden, als von vielen wohlwollend ignoriert.

Empfehlen
Peter Breuer

Wäre es mal eine Frankfurter Rundschau geblieben

Die Frankfurter Rundschau ist nicht am Internet gestorben, sie ist ein Beispiel für eine Zeitung, die sich ihre eigenen Wurzeln abgeschnitten hat.

Sie war eine Tageszeitung, die deutschlandweit berichtete und dennoch den Stallgeruch des Brezel Benno der Frankfurter Altstadt in sich trug. Gestorben ist die Frankfurter Rundschau nicht am Internet, sondern an den vielen Versuchen, aus der heimatorientierten Deutschlandzeitung ein stromlinienförmiges Blatt zu machen. Das musste scheitern.

Nicht die nächste Zeitung, aber die übernächste oder überübernächste wird die ZEIT sein, die längst ihren spröden Charakter geopfert hat. Insofern glaube ich, dass die einzige Chance für Print eine Form von Heimat ist, die das Internet eben nicht bietet bzw. die noch keine adäquate Kulturform im Netz gefunden hat. Im Grunde glaube ich nur an Hardliner-Konzepte: Es ist wichtiger, von wenigen geliebt zu werden, als von vielen wohlwollend ignoriert.

Empfehlen
Faruk Yalcin Dinc

Die Selbstherrlichkeit der Linken,

Die angeborene Besserwisserei der Linken scheitert immer wieder an der Realität der Wirtschaft und Gesellschaft.. Die "fortschriftlichen Kräfte" der Sechsziger, Siebziger und einbißchen Achtziger Jahre sind im rasenten Tempo des digitalen Zeitalters und der Globalisierung längst zu Relikten der vergangenen Zeiten geworden.. Wahrer Fortschritt kennt keinen Stillstand! Bleibende und fortschreitende Werte des Konservativismus werden als einzige Kraft alle Zeiten und Phasen überleben! Der Fall der FR liefert den Beweis für den Unterschied zwischen Schöngeist und Zeitgeist!

Empfehlen
Thomas Sievers

Volle Zustimmung..!

Besonders der letzte Absatz: à la bonne heure!

Empfehlen
Wolfgang Richter

Kein Verlust

Die Positionen von Occupy, Attac, Autonomen und ähnlich liebenswerten Gruppen kann man inzwischen ebensogut in der taz oder SZ nachlesen oder im Internet.
Damit hat sich die FR ziemlich überlebt. Die Kunden wollen und brauchen sie nicht mehr.
Wenn das der SPD nicht gefallen sollte, dann muß sie eben etwas springen lassen.

Empfehlen
Jens Darup
Jens Darup (luxlynx) - 13.11.2012 21:37 Uhr

Die Wahrheit ..

.. setzt sich letztlich durch. Ich bin nach einer jahrzehntelangen Irrfahrt durch die Blogosphäre wieder bei der FAZ gelandet, weil ich hier die gründliche und ehrliche Analyse der Wirklichkeit finde. Auch sind die Leser-Kommentare hier erhellend; hier darf man sich frei äussern. Eigentlich unbezahlbar. Und, ich lese die FAZ im Internet.

Empfehlen
Jörg Tiffert
Jörg Tiffert (Tiffy) - 13.11.2012 21:10 Uhr

Die links - grünen Vordenker müssen in letzter Zeit viel einstecken!

Erst bekommt das Urgestein der Grünen einen Denkzettel verpasst, bei der Kandidatenkür und jetzt schmeißt noch das links-grüne Blatt - die Frankfurter Rundschau alles hin.

Vielleicht hätten Claudia Roth und die Chefredakteure der FR mal besser auf Sokrates gehört;
"Wer glaubt, etwas zu sein, der hat aufgehört, etwas zu werden."

Empfehlen
Gustav Gantenbein

Die Häme derer, denen die politische Ausrichtung der FR nicht passt

...ist unverkennbar, aber mit ihr wird ein großes Blatt der "alten" Bundesrepublik verschwinden. Auch die Zahl der Stammleser der FAZ wird weiter abnehmen, wenn kommende Internetgenerationen nachwachsen, die sich wer weiߟwo informieren. Schadenfroh werde ich jedenfalls nicht sein.

Empfehlen
Achim Braun

Vorwärts, SPD samt Gabriel, Nahles & Co.,

...Sie werden Ihre armen Genossen doch nicht in die Arbeitslosigkeit schicken, da muß doch etwas getan werden. Schon aus ideologischen Gründen sollte dieses Blatt gerettet werden, man kann doch nicht alles den unmenschlichen Gesetzen des Marktes opfern. Andrea und Sigmar, denken Sie auch an die betroffenen Familien. Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Neue Heimat...

Empfehlen
Rosa Rot
Rosa Rot (rosablau) - 13.11.2012 19:21 Uhr

"unabhängige Zeitungen und eine Vielfalt der Stimmen" - nicht bei der FR...


Gerade wer von "unabhängige[en] Zeitungen und eine[r] Vielfalt der Stimmen" spricht, sollte bei der Pleite der FR nicht eine Träne herauspressen müssen. Diese zu Teilen der SPD gehörende Zeitung verdient es sicherlich nicht als "unabhängig" bezeichnet zu werden. Auch zur sogenannten Vielfalt der Stimmen vermochte sie seit Jahren nichtmehr beizutragen, da ständig die überall hör- und lesbaren, immergleichen, politkorrekten Verlautbarungen der Massenmedien paraphrasiert wurden. Wahrlich kein Verlust für Meinungsvielfalt und unabhängige Berichterstattung!

Empfehlen
Ekke Hoffmann

Zum Glück unterliegt die 4. Gewalt auch gewissen Gesetzen...

... auch wenn sich dies oft zu langsam und zu spät zeigt. Dieses Beispiel sollte in Zukunft öfter passieren, dass Medien wegen zu geringer Qualität und zu geringer Überzeugung mit Nichtakzeptanz der Wähler und damit mit einer Insolvenz bestraft werden. Leider geht dies nicht bei den öffentlich-rechtlichen TV Anstalten, deshalb auch deren Meinungsmonopol und unkontrollierte Meinungsmache. Hier sollte es die Möglichkeit geben, sie abzuwählen und keine Gebühren mehr zu bezahlen.

Empfehlen
Wilfried Schmidt

Kein Verlust

"In der Not ist die Mitte der Tod" könnte man den Vorgang fast beschreiben. Es wurde geschrieben was allgemein gern gehört und gewünscht wurde. Das reicht in diesen Zeiten nicht mehr.

Empfehlen
Stefan Grün

wo gibt es noch eine linksliberale Zeitung?

Spiegel, Tagesspiegel, Süddeutsche und Zeit sind mittlerweile auf dem ordoliberalem Mainstream. Konservative Presse wie die FAZ gibt es zu hauf: Stuttgarter Zeitung, Handelsblatt, Rheinpfalz, Rheinische Zeitung, Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost. Gibt es da noch eine Meinungsvielfalt, nur "gekaufte" wirtschaftsnahe ordoliberale Presse. Die links-liberale Rundschau wird fehlen.

Empfehlen
Ernst Probst
Ernst Probst (urzeit) - 13.11.2012 18:35 Uhr

Ich vermisse die FR

Eine gute Zeitung erkennt man daran, dass sie einen hohen Anteil an exklusiven Artikeln präsentiert. Das war bei der Frankfurter Rundschau zweifellos der Fall. Zu meiner großen Freude hat die gelegenlicht Artikel aus meiner Feder veröffentlicht oder auf ein neues Buch von mir hingewiesen. Durch Letzteres unterschied sie sich von einigen anderen Blättern im Rhein-Main-Gebiet, die meine Arbeit beharrlich totschweigen. Ich vermisse die FR, die ich zwar nicht abonniert hatte, aber hin und wieder am Kiosk kaufte und beí deren Lektüre ich
immer wieder Interessantes fand.

Empfehlen
Ralf Kowollik

Links-grüne Zeitungen gibt es in D wie Sand am Meer

Deutschland ist bis oben hin zugepflastert mit Presseorganen, die als Zielgruppe die links-grüne Wählerschaft haben - die "Süddeutsche Zeitung", der "Spiegel", die "Zeit", der "Stern", die "taz", der "Tagesspiegel", etc. pp. Warum sollte jemand ernsthaft die "Frankfurter Rundschau" vemissen?

Empfehlen
Volker Kulessa

zuviel ideologisches Gewäsch

statt solidem Journalismus - nun ist daraus die Konsequenz zu ziehen

Empfehlen

13.11.2012, 16:58 Uhr

Weitersagen
 

Keine Frage der Ehre

Von Helene Bubrowski

Sogenannter Ehrenmord ist Mord aus niedrigen Beweggründen. Und doch werden Ehrenmörder immer wieder milder bestraft. Solche Urteile richten großen Schaden an. Zum Glück geht ihre Zahl zurück. Mehr 40 39

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden