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Kommentar Blairs Bedrohungsanalyse

29.01.2010 ·  Tony Blair bittet nicht um Vergebung und leistet auch keine Abbitte, vielmehr verteidigt er die Entscheidung, an der Seite der Amerikaner Saddam Hussein zu stürzen, rigoros. Ohne „9/11“ hätte es nicht den Afghanistan-Krieg gegeben und auch nicht den Irak-Krieg.

Von Klaus-Dieter Frankenberger
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Ein Teil der britischen Öffentlichkeit ebenso wie der politischen Klasse, einschließlich Labour, hätte es nur zu gerne gesehen, dass sich Tony Blair vor dem Irak-Untersuchungsausschuss in den Staub geworfen und um Vergebung gebeten hätte für einen Krieg, den er als Premierminister an der Seite Amerikas gefochten und der ihn Autorität und die britische Armee Reputation gekostet hat.

Natürlich unterwarf sich Blair seinen Jägern nicht. Er leistete nicht Abbitte, sondern verteidigte seine Entscheidung, Saddam Hussein zu stürzen, rigoros. Zur Rechtfertigung führte er die damalige Bedrohungsanalyse an: Nicht um „regime change“ sei es gegangen, sondern um Massenvernichtungswaffen, die Saddam sich habe verschaffen wollen.

Blair wird seine Kritiker vermutlich nicht überzeugt haben. Aber auch die müssten anerkennen, dass der „11. September“ die Entscheidungsgrundlage der Verantwortlichen in London und Washington veränderte. Das Thema Massenvernichtungswaffen wurde viel stärker gewichtet. Ohne „9/11“ hätte es nicht den Afghanistan-Krieg gegeben und auch nicht den Irak-Krieg.

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Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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