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Kommentar Beim Namen genannt

23.07.2004 ·  Wenigstens wird die Sache jetzt beim Namen genannt, nicht verbrämt und nicht bemäntelt: Völkermord ist das, was im Westen Sudans geschieht, verübt von arabischen Milizen, mit Billigung, wenn nicht im Auftrag der Staatsführung in Khartum.

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Wenigstens wird die Sache jetzt beim Namen genannt, nicht verbrämt und nicht bemäntelt: Völkermord ist das, was im Westen Sudans geschieht, verübt von arabischen Milizen, mit Billigung, wenn nicht im Auftrag der Staatsführung in Khartum.

Der amerikanische Kongreß zeigt nicht die sprachpolitische Scheu der Regierung Bush, geißelt den Völkermord und verlangt ein Einschreiten - von den UN, von einer Koalition, von Amerika. Im Kongreß geben - wider alle Klischees - die Interventionisten gemeinhin nicht den Ton an, im Gegenteil. Aber Senatoren und Abgeordnete sind die tödliche Routine der Krisen-"Beherrschung" leid, zu der das Gerede vom "Druck machen" gehört.

Von den jugoslawischen Kriegen weiß man, was das bedeutet: "Druck gemacht" wird auf eine steril-korrekte Art, daß die Massenmörder und ihre politischen Paten weitgehend unbehelligt ihrer Sache nachgehen können.

Im Grunde ist die Frage klar: Kann eine humanitäre Intervention mit militärischen Mitteln Tausende vor dem Tod retten? Würde sie die Sache (langfristig) vielleicht noch schlimmer machen? Und wer sollte darüber entscheiden, wer intervenieren? Am Ende werden es nicht jene sein, die in solchen Fällen immer das große, leere Wort führen.

Quelle: K.F.; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2004
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